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In dieser großen Zeit

Bulletin für irreguläre Nachrichten – Juni 2026: Im Osten nichts Neues

Foto: Lisa Leutner/REUTERS
Irgendwer muss uns doch lieben? (ESC-Finale 2026)

Die Kriegsgegner verhandeln …

… und der Waffenstillstand zwischen USA, Israel, Iran und der Hisbollah wird eingehalten. Wenn auch nur abwechselnd und nicht gleichzeitig.

Nix mit New York

Deutschland ist bei der Wahl für den Weltsicherheitsrat gescheitert. Österreich hat mehr Stimmen bekommen, obwohl die meisten Delegierten bis neulich dachten, Österreich gäbe es gar nicht mehr. Gegen uns hätten sogar die Nordkoreaner gewonnen, aber die konnten nicht anreisen. Die einzige Flugverbindung von Pjöngjang nach New York wird für Atomraketen freigehalten.

Bundeskanzler Merz hat die Abfuhr gelassen aufgenommen. »Wenn die bei der UNO uns nicht wollen, dann probieren wir es halt wieder beim ESC.« Doch auch beim Eurovision Song Contest droht der Rauswurf: Die deutschen Darbietungen werden in einigen Ländern inzwischen als Kriegsverbrechen bewertet.

Absturzbomber

Der deutsch-französische Kampfjet kommt doch nicht. Der Bundeskanzler hat beschlossen, »den Flieger selber zu bauen! Wir bauen ja auch unsere Züge selber! So wie unsere Bahnhöfe! Und Flughäfen!« – »Mit Verlaub, Euer Exzellenz, diese Aufzählung lässt befürchten, dass die Flieger nicht richtig fliegen werden.« – »Egal. Runter kommen sie immer.«

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Kubickis Seniorenabfertigung

Die FDP will Selbstbedienungsaltenheime einführen. Da werden die Bewohner einmal täglich durch die Autowaschanlage und den McDrive geschoben. Außer nach einem Trauerfall im Heim. Dann gibt’s Tote Oma zu essen.

Für menschliche Wärme soll eine »Adoptionsopa-Kampagne« sorgen. Wer über die Weihnachtsfeiertage einen Alten mit nach Hause nimmt, bekommt zur Belohnung eine Flasche Korn. Nach den Feiertagen wird Opa einfach an der nächsten Autobahnleitplanke festgebunden.

Who let the dog out?

Die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA ist bisher ohne große Zwischenfälle verlaufen. Wenn man außer acht lässt, dass die Nationalgarde in Tennessee acht ICE-Beamte erschießen musste. Die wollten den Bus mit der haitianischen Mannschaft nicht herausrücken.

Üble Diskriminierung

In einem Freibad in Halle (Saale) haben nur noch Gäste Zutritt, die Deutsch können. Aus Sicherheitsgründen, heißt es. »Immor wiedor säuft mior hior eenor ab, weil eor die Schildor nich läsen kann«, beteuert der Bademeister. Dagegen regt sich Protest. Die AfD-Ortsgruppe hat vor dem Freibad eine Mahnwache bezogen, weil ihre Mitglieder beim Deutschtest immer durchfallen und nicht rein dürfen.

Jeder nur eine Fackel

Die Behörden behindern die Vorbereitungen der AfD auf die Machtübernahme in Sachsen-Anhalt. Fürs Buffet der Wahlparty wurden zweihundert Zigeunerschnitzel vorbereitet, als die Lebensmittelüberwachung einschritt. Die vier Sinti und Roma, die mit Küchenabfällen gemästet wurden, mussten freigelassen werden.

Beim Herstellen der Fackeln für den Fackelzug sind drei AfDler in ein Fass mit Pech gefallen. »Die totn Kamaraadn weaden auf da Siegesfeia als Meatühra der Bewejung ein loichtendet Beispiel abjeem!« kündigte Parteichef Chrupalla an. Auf Nachfrage schätzte er ihre Brenndauer auf etwa fünf Stunden.

Die gute Nachricht

Michel Friedmann wird bei den Bayreuther Festspielen auftreten. Die zunächst »aus Sicherheitsgründen« abgesagte Veranstaltung mit dem Publizisten wird nun doch stattfinden. Um seinen Schutz zu gewährleisten, wurde die Türsteher-GmbH »Sturmabteilung Skorzeny« hinzugezogen. Die operative Führung bleibt aber bei Polizeipräsident Dimpfelmoser: »Herr Doktor Friedmann können sich ganz auf uns verlassen. Die Beamten in Bayern sind darin geübt, Juden in Schutzhaft zu nehmen.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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