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Malaysias Energie

Fossile in Kuala Lumpur

Malaysia: Staatskonzern fördert Gas in Turkmenistan; aus Russland soll bald Öl fließen

Foto: UPI Photo/IMAGO
Schlange stehen für russisches Öl: Südostasiatische Staatenlenker neben Putin (Kasan, 18.6.2026)

Während US-Präsident Donald Trump die Niederlage seines Imperiums im Krieg gegen den Iran mit dem Abkommen in Versailles anerkannte, feilte Wladimir Putin, sein russischer Amtskollege, auf dem Russland-ASEAN-Gipfel in Kasan an den diplomatischen Beziehungen seines Imperiums zu Staaten Südostasiens. Zu Gast war unter anderem der malaysische Regierungschef Anwar Ibrahim, der sich erfolgreich um eine langfristige Handelspartnerschaft bemühte.

Am Rande des Gipfels habe Putin in bilateralen Gesprächen, tönte Anwar später geradezu triumphierend vor Pressevertretern, die langfristige Lieferung von russischem Erdöl bewilligt. Für die nächsten 20 Jahre sei somit Malaysias Energieversorgung gesichert. Eine ebenso langlebige Vereinbarung über die Lieferung von Erdgas war zuvor mit Turkmenistan ausgehandelt worden.

Das mediale Echo bestand, von der malaysischen Presse bis zu Channel News Asia aus Singapur, in der oberflächlichen Wiedergabe der Darstellung Anwars. Kritische Anmerkungen musste man mit der Lupe suchen. Dabei handelt es sich bisher nur um mündliche Zusicherungen: Bis Verträge abgeschlossen sind und angewendet werden, könnten Monate vergehen, zumal noch eine Reihe praktischer Fragen zu klären ist.

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So wies unter anderem The Rakyat Post darauf hin, dass russisches Rohöl zu den schwereren zählt, wohingegen malaysische Raffinerien auf leichtere Sorten aus dem Nahen Osten oder der näheren Umgebung ausgelegt sind. Sie müssten also angepasst werden. Abwickeln würde Russland die Exporte über die Häfen im Osten, denn »diese Route ist kürzer, in operationeller Sicht effizienter und sicherer als die Exportwege im Westen Russlands«, zitierte die New Straits Times Samirul Ariff Othman, Professor an der malaiischen Universiti Teknologi Petronas und Seniorberater der Global Asia Consulting. Zudem ist es entsprechend diverser Berichte nicht sicher, dass alle beteiligten Firmen mitspielen. Der staatliche Energieriese Petronas dürfte westliche Sanktionen verkraften können, kleineren Unternehmen drohen bei Restriktionen aus den USA oder der EU größere Schäden.

Laut amtlicher Statistik deckt die heimische Ölproduktion 48 Prozent des Bedarfs. Demnach gelangten zuletzt 38 Prozent über die nunmehr störanfällige Straße von Hormus nach Malaysia. Der mündliche Deal mit Putin gilt daher eher als Absicherung für die Zukunft. Aktuell seien genügend Vorräte vorhanden, teilte jüngst zudem Petronas mit. Dass Malaysia in Südostasien mit seinem Interesse an sicherer Versorgung mit russischem Öl nicht allein ist, dürfte dem politischen Westen weniger gefallen.

Was die Erdgaslieferungen betrifft, vereinbarte Anwar bei einem Stopp am 18. und 19. Juni in Turkmenistan mit Präsident Serdar Berdymuchammedow, dass Petronas Carigali, eine turkmenische Tochterfirma des Energieriesen, direkt in die Förderung zweier Vorkommen im Kaspischen Meer einsteigen wird. Dieser Deal ist immerhin schon unterzeichnet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.06.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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