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Bildungsproteste

Hessen verstärkt Lehrermangel

Bundesweite Bildungsproteste, während weitere Kürzungen bekannt werden

Foto: IMAGO/Dominik Bund
Die Situation ist dramatisch und existentiell. Deshalb protestieren sie immer wieder (wie hier in Bonn, 11.6.2026)

Klassen aufteilen, in Kleingruppen unterrichten, zusätzliche Deutschstunden in den Jahrgangsstufen neun und zehn. Das ist in Hessen über den sogenannten Sozialindex möglich, wenn Schüler mehr Förderung benötigen. Nun plant die Landesregierung 300 der 650 Lehrerstellen, die darüber vergeben werden, zu streichen, wie die Hessenschau am Mittwoch berichtete. Hinzukommen Kürzungen von Lehrerstunden, speziell an Integrierten Gesamtschulen (IGS), die etwa zusätzliche Förderangebote oder Team-Teaching ermöglicht haben. Dadurch könnten ein bis mehr als drei Lehrkraftstellen pro Schule, die von der Kürzung bei der sogenannten »Binnendifferenzierung an IGS« betroffen ist, wegfallen, rechnete die GEW bereits im Februar vor. Beide Maßnahmen sind Teil eines Kürzungspakets, mit dem Hessen rund 70 Millionen Euro einsparen will.

Damit nicht genug: Hessen will laut der GEW auch an der Lehrkräfteausbildung sparen. Kürzungen bei der Betreuung und der Ausbildungszeit werden zu mehr Ausbildungsabbrüchen führen, warnte die Gewerkschaft im April. Dabei ist Hessen das Land unter den westdeutschen Bundesländern, wo der Lehrkräftemangel schon am größten ist. Nach den ostdeutschen Ländern. Die sind außer Konkurrenz. Dort ist der Lehrermangel noch größer.

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Aus dem Grund – und vielen weiteren – protestierten nach Gewerkschaftsangaben an die 1.000 Gewerkschafter, Eltern, Lehrer, Studierende am Mittwoch in zahlreichen hessischen Städten. Sie fordern die Rücknahme der beschlossenen Kürzungen, zusätzliche Investitionen in die Bildung, die Abschaffung des Verwaltungsbeitrags für Studierende, eine auskömmliche BAföG-Reform und eine höhere Besteuerung großer Erbschaften und Vermögen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben.

Auch in anderen Bundesländern demonstrierten am Mittwoch Studierende gegen Kürzungen im Bildungs- und Wissenschaftssystem. Unterdessen wurden weitere Kürzungen bekannt. So plant Rheinland-Pfalz das Deutschlandticket für Schüler im Ferienmonat Juli auszusetzen. Deshalb werden – ja müssen – die Proteste weitergehen. Die GEW Hessen will als nächstes am Sonnabend gemeinsam mit Verdi und DGB gegen die Kürzungspläne im Sozialstaat auf die Straße gehen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2026, Seite 5, Inland

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