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Kubanisches Wissen rettet Leben

Trotz US-Blockade und verschärftem Druck aus Washington, werden Impfstoffe entwickelt und die Solarenergie ausgebaut

Von Michel Torres Corona
Foto: jW

Die vorherrschende Darstellung in den westlichen Medien zeigt ein Bild von Kuba als stagnierendem Land. Die Auswirkungen der imperialistischen Blockade werden wahlweise heruntergespielt oder der Regierung Havannas (und natürlich Kubas sozialistischem System) in die Schuhe geschoben. Fakt ist jedoch, dass Havanna trotz der anhaltenden Schikanen der USA, die sich in den vergangenen Jahren wie nie zuvor verschärft haben und die die Trump-Regierung seit diesem Jahr mit besonderem Nachdruck verfolgt, zwei wenig bekannte Erfolge erzielt hat, die weltweit mehr Aufmerksamkeit verdienen: Das Land hat einen therapeutischen Impfstoff gegen Krebs entwickelt und einen beschleunigten Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger realisiert – angetrieben durch die Notwendigkeit, die Ölblockade zu überstehen.

Es zeigt sich, dass der Sozialismus nicht der »Feind der Entwicklung« ist, vor dem die antikommunistische und antikubanische Propaganda warnt. Kuba hat eigene Krebsimmuntherapien entwickelt, die für die Bevölkerung zugänglich und kostenlos sind. Die bekannteste ist Cimavax-EGF, ein therapeutischer Impfstoff gegen nichtkleinzelligen Lungenkrebs. Er ist seit 2011 verfügbar – mehr als 5.000 Lungenkrebspatienten wurden seitdem mit dieser einzigartigen Immuntherapie behandelt. Mehrere internationale Studien belegen eine verlängerte Tumorstabilisierung und eine höhere Lebensqualität für Patienten, die den Impfstoff erhalten.

2017 war das Roswell Park Institute die erste von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel, FDA, autorisierte Einrichtung, die klinische Studien mit Cimavax-EGF durchführte. In einem von kubanischen Medien ausgestrahlten Interview erklärte die Direktorin des Instituts, Candace Johnson, die Immunologen der Insel seien »die brillantesten und innovativsten Wissenschaftler, mit denen ich je zusammengearbeitet habe«. Sie betonte: »Die Kubaner haben sich dem Ziel verschrieben, insbesondere jenen Menschen zu helfen, die an schrecklichen Krankheiten leiden.«

Während Washington die Insel wirtschaftlich stranguliert, bestätigen US-Wissenschaftler, dass kubanisches Wissen Leben rettet, sogar in den Vereinigten Staaten selbst. Vor kurzem wurde auch die Entwicklung des Impfstoffkandidaten Heber-Savax zur Behandlung verschiedener bösartiger Tumore sowie die Eröffnung einer Stelle zur ambulanten onkologischen Behandlung in Havanna bekannt gegeben.

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Doch die Medizin ist nicht der einzige Bereich, in dem das Land inmitten der Belagerung seine Innovationskraft unter Beweis stellt. Auf die im Januar von Trump ausgerufene Ölblockade reagierte Havanna weder mit Apathie noch mit Unterwerfung, sondern mit einem beschleunigten Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger. Laut einem ausführlichen CNN-Bericht vom Mai erlebt Kuba mit Unterstützung Chinas eine der sich am schnellsten vollziehenden Solarenergierevolutionen weltweit. Demnach deckt die Nutzung erneuerbarer Energieträger bereits fast zehn Prozent der kubanischen Stromerzeugung ab – ein deutlicher Anstieg gegenüber den drei Prozent im Vorjahr.

Dieser Sprung ist historisch. Erstmals lassen sich mit erneuerbaren Energieträgern laut der Website des kubanischen Präsidentenamts tagsüber bis zu 50 Prozent des Strombedarfs der Insel decken. Im vergangenen Monat ging in Majagua der erste Solarpark des Landes mit Batteriespeicher in Betrieb – ein entscheidender Schritt, um auch nachts eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten.

Es genügt aber nicht, ein Ende der Blockade zu fordern: Kuba braucht die Hilfe ausländischer Banken. Diese müssen aufhören, die einseitigen Zwangsmaßnahmen der USA anzuwenden oder zu dulden. Das Land benötigt mehr Energiekooperationsprojekte, die die Lieferung von Solarmodulen und Batterien einschließen. Und natürlich braucht das Land auch Verbündete in seinem Kampf für die Wahrheit – es ist unerlässlich, die Errungenschaften der kubanischen Wissenschaft bekannter zu machen.

Der kubanische Sozialismus bietet – für all jene, die bereit sind zuzuhören oder ihre ideologischen Vorurteile zu überwinden – eine Lektion, die kein neoliberales Wirtschaftshandbuch so vermitteln könnte: Ein Modell, das auf das menschliche Wohlergehen und nicht auf den Fetisch des Profits ausgerichtet ist, ist fähig, selbst einem so mächtigen Gegner wie dem US-Imperium zu widerstehen und sich weiterzuentwickeln.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.06.2026, Seite 6, Ausland

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