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Dark Horse
Auch in Austria gibt es so etwas wie eine Wade der Nation. Nur ist im Fall Baumgartner (Foto), Vorname Christoph, Hauptberuf Offensivfußballer, die Sache klar: Es wird nicht abgewartet oder taktiert, nein, der Muskel ist hin beziehungsweise sogar schon operiert, der Flieger in die Staaten längst ohne den bei RB Leipzig unter Vertrag stehenden Spieler weg. Einen Ersatz hat RR, Cheftrainer Ralf Rangnick, trotzdem noch nicht nominiert, wahrscheinlich grübelt er noch über das Spielsystem oder ist mit ganz anderen Zukunftsfragen belastet, nämlich der nach seiner persönlichen Profession nach der WM: Weiter Österreich oder doch lieber Italien, wohin der AC Milan lockt?
Aber hey, er hat noch etwas Zeit, nämlich bis 24 Stunden vor Anpfiff der ersten Partie, das ist in seinem Fall sogar bis übernächste Woche. Am 17. Juni geht es erst gegen Jordanien los. Wer der Assan Ouédraogo Österreichs wird – der Leipziger wurde für den jungen Oberschenkel der Nation, Lennart Karl, im deutschen Team nachnominiert, eine etwas originelle Wahl – steht noch nicht fest.
Ein Leipziger also für einen Leipziger, so bleibt zumindest die Dose dieser Tage rund. Wobei bei RB Leipzig damit schon zwei Spieler in der Vorbereitung fehlen – so wird das wieder nichts mit dem Angriff auf ganz oben. Wobei, letztes Wort dazu, dem FC Bayern hat der Amerikaausflug im vergangenen Sommer auch nicht geschadet. Im Gegenteil.
Österreich gilt ja nicht wenigen heuer als »Dark Horse«, also als Geheimfavorit (das andere hochgehandelte schwarze Pferd ist Norwegen, ihr wisst schon, Haaland und so). Geheimfavorit bedeutet Aus im Viertelfinale nach heroischem Kampf, und dieses Szenario ist durchaus möglich. Der Turnierbaum meint es nämlich zunächst gut mit den Ösis – hier wartet kein Frankreich und kein Holland schon im Sechzehntel- oder Achtelfinale.
Vielleicht springt in der Endrunde, die man trotz Argentinien und wegen Algerien und Jordanien erreichen sollte, guter dritter Platz reicht, sogar das ein oder andere Spiel zur Primetime heraus. Für den Auftakt in die Nordamerika-WM laden die Kaffeehäuser und Eventschuppen Wiens schon mit Gewinnspielen zum Brunchen ein: sechs Uhr morgens, Frühstücksbuffet mit Fußi, dann hackeln gehen. So sieht doch ein schöner Morgen in der Hauptstadt aus! Bis dahin ist aber noch Zeit. In Wien geht man’s eh mit der notwendigen Lässigkeit an.
Dabei könnte es werden wie 1978 – besser als die Deutschen! Dass Vorrundengegner Algerien eher an 1982 erinnert, da war doch was, ist wurscht. Das neue Córdoba heißt dann Colorado. Oder so.
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