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Kino

Schrumpfendes Universum

Der neue »Masters of the Universe«-Film ist so müde wie der alte

Foto: © 2026 Amazon MGM Studios Content Services LLC via AP/dpa
Lasst allen Ernst fahren, die ihr hier eintretet

»Kleine Kinder entwickeln beim Spielen pfiffigere Handlungen, bessere Charakterzeichnungen und sicherlich auch bessere Spezialeffekte«, schrieb die Washington Post 1987 zum Kinostart der ersten »Masters of the Universe«-Realverfilmung, um sarkastisch zu ergänzen, »vorausgesetzt, ihre Mütter lassen sie mit Streichhölzern spielen«. Kenner des Fantasy-Franchise, das auf den gleichnamigen Actionspielfiguren basiert, wissen: Die beste Adaption des ewigen Kampfes auf dem Planeten Eternia zwischen Muskelprotz He-Man und seinem Widersacher Skeletor ist weiterhin die 39teilige Serie des Hamburger Hörspiellabels Europa. Unter der Regie von Heikedine Körting intonierte Norbert Langer, der deutsche Synchronsprecher von Tom Selleck in der Fernsehserie »Magnum«, den He-Man.

Die von Roger Sweet entworfene He-Man-Originalfigur maß zunächst 24 Zentimeter, wurde dann für die Serienproduktion auf 14 Zentimeter geschrumpft und zunächst zum Stückpreis von 4,99 US-Dollar angeboten. Verkleinert wirkt auch die »Masters of the Universe«-Version 2026: Dolph Lundgren, der He-Man von 1987, ist stolze 1,96 Meter groß, der neue Darsteller Nicholas Galitzine misst lediglich 1,83. Charaktermimen sind beide nicht.

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Die Allianz zwischen dem Mattel-Konzern und den Amazon MGM Studios bringt nicht viel Neues hervor. Der Exrapper Travis Knight (MC-Name Chilly Tee; als Regisseur immerhin zwei Oscar-Nominierungen 2017 für sein Anime »Kubo – Der tapfere Samurai«) inszeniert zwar mit Liebe zum Detail, das kann aber den müden Inhalt kaum übertünchen: Der zehnjährige Königssohn Adam (Artie Wilkinson-Hunt) wird während eines Bürgerkriegs auf seinem Heimatplaneten Eternia in einem Raumschiff zur Erde geschickt. Dabei verliert er sein magisches Schwert. Er arbeitet als frustrierter HR-Manager in einem Großraumbüro. Eines Tages findet er das Schwert wieder und kehrt in seine Heimat zurück. Inzwischen hat dort der tyrannische Skeletor die Macht übernommen. Um seine Familie zu retten, nimmt Adam seine Rolle als He-Man an und findet mit Teela (Camila Mendes), der Tochter der Zauberin von Grayskull, und Waffenmeister Duncan (Idris Elba) Verbündete.

Dümmlicher Humor und enttäuschende Spezialeffekte schwächen die Wirkung stark ab. So wird eine durchaus gelungene Slow-Motion-Sequenz nach einem Gefängnisausbruch durch einen plötzlichen Hustenanfall unterbrochen. Darauf ein Europa-Hörspiel.

→ »Masters of the Universe«, Regie: Travis Knight, USA/Australien/UK 2026, 140 Min., bereits angelaufen

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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