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Forschungen zur Arbeiterbewegung

Geschichte hinter dem Stein

Neues aus und zu den Archiven der Arbeiterbewegung

DDR
Foto: imago stock&people
Die Ökonomie der Waffenbrüderschaft: Soldaten der NVA und der Sowjetarmee bei einem Jugendfestival in Berlin (3.6.1979)

Da trotz der erheblichen Verluste in den 90er Jahren weiterhin zahlreiche Erinnerungs- und Gedenkorte der Arbeiterbewegung im Lande verstreut existieren und seit Jahrzehnten keine systematischen Bestandsaufnahmen mehr erfolgen, hat es sich der »Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung« zur Aufgabe gemacht, regelmäßig einige von ihnen in seinen Mitteilungen vorzustellen. Im aktuellen Heft 69 stellt Holger Czitrich-Stahl den Gedenkstein für den am 7. August 1933 ermordeten sozialistischen Journalisten Felix Fechenbach vor. Fechenbach engagierte sich vor 1914 in der Arbeiterjugend und den Gewerkschaften. Vom Münchner Sozialisten Kurt Eisner beeinflusst, stieß er 1917 zur USPD und spielte während der Revolution in Bayern 1918/19 eine wichtige Rolle. Nach der Ermordung Eisners im Februar 1919 verließ er München und wurde 1929 leitender Redakteur des Volksblattes der Sozialdemokratie in Lippe. Nach der Machtübertragung an die NSDAP wurde Fechenbach im März 1933 eingesperrt. Auf dem Weg ins KZ Dachau erschossen ihn drei Schergen von SA und SS in der Nähe der Stadt Warburg in Ostwestfalen. Der Gedenkstein für Felix Fechenbach wurde 1973 eingeweiht, erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Hierauf weist der Beitrag hin, zu dem Eckhard Frenzel (Warburg) das Foto und einige Detailinformationen beigesteuert hat.

Die 2018 verstorbene Luxemburg- und Liebknecht-Biographin Annelies Laschitza gehörte zu den bekanntesten und aktivsten Mitgliedern des Förderkreises. Eckhard Müller hat ihren Nachlass im Bundesarchiv geordnet und stellt ihn nun detailliert in den Mitteilungen vor. Es wird deutlich, dass sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter in der DDR erheblich mit den auf die 20er und 30er Jahre zurückgehenden Vorbehalten gegen Rosa Luxemburg zu kämpfen hatten. Als wissenschaftliche Beraterin konnte sie an der Produktion des Rosa-Luxemburg-Films von Margarethe von Trotta im Jahr 1986 mitwirken. Das Drehbuch des Films ist Bestandteil des Nachlasses, der hohen wissenschaftlichen Wert hat und durch die Übergabe an das Archiv der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.

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Es ist bekannt, dass die DDR während ihrer gesamten Existenz mit den Folgen der in den ersten Nachkriegsjahren vorgenommenen Demontagen zu kämpfen hatte. Es gab aber noch eine ganze Reihe weit weniger bekannter struktureller ökonomischer Benachteiligungen. So war der Sonderkoeffizient für Warenlieferungen und Leistungen aus der DDR an die sowjetischen Truppen viel höher als der offizielle Umtauschkurs beider Währungen, und so verbuchte die DDR aus diesen Lieferungen deutlich und »künstlich« verringerte Einnahmen. 1981 unternahm die SED den Versuch einer Korrektur, doch die sowjetische Regierung zeigte sich unnachgiebig, der Sonderkoeffizient blieb bestehen. Siegfried Prokop erläutert den Zusammenhang und präsentiert dazugehörige Dokumente aus dem ZK-Apparat. Ein weiteres Zeitdokument, das Tagebuch des Literaturwissenschaftlers Willy Beitz (Leipzig) aus dem Zeitraum von September 1945 bis Juni 1946, stellen Giesela und Manfred Neuhaus vor. Gisela Notz erinnert an die Bibliothekarin Amalie Pinkus-De Sassi (1910–1996).

→ Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Nr. 69, 94 Seiten, 3 Euro (zzgl. Versandgebühr), Bezug: gruenewk@riseup.net

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.06.2026, Seite 15, Politisches Buch

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