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Energiepolitik

Staatliche Übernahme geplant: Belgien stoppt Rückbau aller Atomkraftwerke im Land

Foto: Markus Lenhardt/dpa
Schlägt in der Energiepolitik einen anderen Weg ein als die Regierung in Berlin: Bart De Wever, Ministerpräsident von Belgien (Brüssel, 19.3.2026)

Brüssel. Die belgische Regierung hat Verhandlungen zur Übernahme aller Atomkraftwerke im Land begonnen und den Rückbau mit sofortiger Wirkung stoppen lassen. Seine Regierung entscheide sich für eine sichere, erschwingliche und nachhaltige Energie mit weniger Abhängigkeit von fossilen Importen und mehr Kontrolle über die eigene Versorgung, teilte Ministerpräsident Bart De Wever am Donnerstag auf der Plattform X mit. Der Energiekonzern Engie gab zudem die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zu den exklusiven Verhandlungen mit dem belgischen Staat bekannt. Demnach geht es um die Übernahme der sieben Reaktoren, dem zugehörigen Personal, aller Atomtochtergesellschaften sowie sämtlicher damit verbundener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten – einschließlich der Stilllegungs- und Abrisspflichten. Bis Oktober soll laut Mitteilung eine grundsätzliche Einigung erzielt sein.

Das belgische Parlament hatte im Mai 2025 mit großer Mehrheit für ein Ende des 2003 beschlossenen Atomausstiegs gestimmt. De Wevers Regierung plant darüber hinaus den Bau neuer Kernkraftwerke. In Deutschland hatten die belgischen Atommeiler aus den 70er und 80er Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt. So wurden bei Reaktoren im Nachbarland mehrfach Mängel festgestellt, etwa marode Betonteile. Unter anderem die nordrhein-westfälische Stadt Aachen und die Bundesregierung forderten deswegen in der Vergangenheit wiederholt die Stilllegung. Das belgische Kraftwerk Tihange liegt etwa 60 Kilometer von Aachen entfernt. (dpa/jW)

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Erschienen am 30.04.2026, Ausland

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