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Trotz Waffenruhe

Israel tötet Sanitäter im Südlibanon

Beirut. Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon sind fünf Menschen, darunter drei Mitarbeiter des Zivilschutzes, getötet worden. Sie seien nahe Tyrus auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz gewesen, schrieb der libanesische Präsident Joseph Aoun am späten Dienstag auf der Plattform X. Israel verstoße gegen internationales Recht, wenn es Rettungskräfte ins Visier nehme, schrieb Aoun. Nach Angaben der libanesischen Streitkräfte wurden zudem zwei Soldaten verletzt. Die Angriffe erfolgten trotz einer formell geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Regierung. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.

Am selben Abend will Israels Armee zudem zwei angebliche Tunnel der Hisbollah im Südlibanon gesprengt haben. Nach Darstellung von Außenminister Gideon Saar habe Israel aber »keine territorialen Ambitionen im Libanon«. Der faschistische Finanzminister und Siedler Bezalel Smotrich hatte dagegen kürzlich gefordert, der Litani-Fluss im Südlibanon müsse Israels neue Grenze darstellen.

Am frühen Mittwoch morgen haben israelische Soldaten außerdem einen Palästinenser im von Israel besetzten Westjordanland erschossen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur WAFA drangen die Soldaten in sein Haus in der Stadt Silwad ein, töteten den 37jährigen und nahmen seinen Vater kurzzeitig fest. Die israelische Armee behauptete, die beiden Männer hätten die Soldaten angegriffen, erklärte aber nicht, warum sie in das Haus eingebrochen waren. Gleichentags sollte Israels Oberste Planungsbehörde zudem die Genehmigung von 126 neuen Siedlungswohnungen in der nördlichen Westbank prüfen. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2026, Seite 6, Ausland

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