Zum Überlaufen gebracht
Los Angeles. Der Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona gehört zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Nordamerikas. Die etwa 450 Kilometer lange Schlucht wurde durch den Colorado River im Lauf von Millionen Jahren in das gleichnamige Plateau gegraben. Wie es dazu kam, ist aber immer noch nicht geklärt, denn zwischen dem ursprünglichen Colorado River und dem Grand Canyon liegt das Kaibab-Hochplateau. Ein Team um den Geologen John He von der University of California hat nun Beweise für eine alte, aber bislang umstrittene Hypothese gefunden. Die Wissenschaftler sammelten Gesteinsproben in einem Gebiet, in dem sich vor rund sechs Millionen Jahren noch ein großer See, der Bidahochi Lake, befand. Bei deren Analyse fanden sie auch Sedimente aus Gegenden am Oberlauf des Colorado River. Zugleich konnten die Wissenschaftler, deren Studie am 16. April in Science veröffentlicht wurde, einen Anstieg der Ablagerungen feststellen – gerade in einen Zeitraum, kurz bevor der Fluss das Kaibab-Hochplateau überwand. Das bekräftigt die »Spillover«-Hypothese, derzufolge der Colorado River damals große Mengen Wasser in den See brachte und diesen um mehrere hundert Meter ansteigen ließ. (jW)
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