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Hinweis auf römisches »Maschinengewehr«

Caserta. Forscher um Adriana Rossi von der Vanvitelli-Universität Kampanien haben bei der Untersuchung von Mauern in Pompeji Hinweise auf den Einsatz einer berüchtigten antiken Waffe, den Polybolos, gefunden. Dabei handelt es sich um ein von dem Griechen Dionysius von Alexandria um 400 v. u. Z. entwickeltes kleines Katapult, das automatisiert und in schneller Abfolge Dutzende Bolzen hintereinander verschoß. Eingesetzt wurde es vorrangig bei Belagerungen von Städten, für Feldschlachten war die Konstruktion wohl zu unhandlich. Abgesehen von der Erwähnung in antiken Schriftquellen wie im »Handbuch der Mechanik« von Philon von Byzanz gibt es jedoch kaum konkrete Hinweise auf den Einsatz des Polybolos. Die italienischen Wissenschaftler haben nun durch Laserscans von Mauerlöchern in Pompeji Anzeichen dafür gefunden, dass das Automatikkatapult bei der Belagerung der Stadt durch den römischen Feldherren und späteren Diktator Lucius Cornelius Sulla 89 v. u. Z. eingesetzt wurde. Sie fanden Einschüsse in kurzen und regelmäßigen Abständen, die eine Bogenform bilden. Dies entspricht genau dem von Philon beschriebenen Effekt der Polybolos-Bolzen. Eine virtuelle Rekonstruktion der Waffe lieferte ähnliche Ergebnisse. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.04.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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