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Arbeitsbedingungen

Kolleginnen müssen weniger buckeln

Reinigungskräfte erzwingen Installation von höhenverstellbaren Betten in Hotels auf Kanarischen Inseln

Foto: Kike Rincon/Europa Press/imago
Tägliche Plackerei für Gäste – Folge: Hohe Zahl an Krankmeldungen und chronischen Erkrankungen bei Reinigungskräften

Es ist nun beschlossen: Eine der historischen Forderungen der Organisation »Las Kellys« (»Las que limpian«, auf deutsch etwa: »Die, die putzen«) wurde am Mittwoch im kanarischen Parlament, dem gesetzgebenden Organ der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln, verabschiedet. Ab jetzt müssen Hotels und andere touristische Anlagen den Zimmermädchen die Arbeit erleichtern – ganz konkret durch die Installation von höhenverstellbaren Betten als Arbeitsschutzmaßnahme.

Das Gesetz ist eine Reform der Tourismusordnung und sieht Fristen vor, damit die Umsetzung auch die wirtschaftliche Lage der Hotels nicht gefährdet: Zehn Prozent der Betten müssen bis 2027 höhenverstellbar sein, 20 Prozent bis Ende 2029 und 35 Prozent bis 2031. Für Vier- und Fünf-Sterne-Hotels müssen die Änderungen allerdings deutlich früher umgesetzt werden: 25 Prozent bis Ende nächsten Jahres, 45 Prozent bis Ende 2029 und 75 Prozent bis 2031. Allerdings gelten die neuen Regelungen nicht für kleine Hotels, für Betriebe auf den kleineren Inseln sowie für Herbergen in Gebäuden, die als »Kulturgut« eingestuft sind.

Neben den höhenverstellbaren Betten müssen die Unternehmen den Reinigungskräften künftig auch elektrische Wagen zur Verfügung stellen, mit denen sie ihre Reinigungsutensilien von einem Zimmer zum anderen transportieren können. Mit dem neuen Gesetz sollen außerdem die Arbeitszeiten strenger kontrolliert werden.

Hintergrund der Reform ist die hohe Zahl an Krankmeldungen und chronischen Erkrankungen, die mit der schweren körperlichen Arbeit zusammenhängen, zu der Reinigungskräfte gezwungen sind. In Spanien müssen mehr als 70 Prozent von ihnen Schmerzmittel einnehmen, um arbeiten zu können. Bisher verfügen lediglich zwölf Prozent der Hotels und anderer touristischer Einrichtungen über höhenverstellbare Betten.

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Diese Zustände haben Politikerinnen und Politiker parteiübergreifend davon überzeugt, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen notwendig ist. Auch die Unternehmensverbände erwarten dadurch »eine höhere Produktivität«, wie ein Vertreter am vergangenen Mittwoch in den Nachrichten des privaten Senders Tele 5 erklärte. Dementsprechend stimmten fast alle Parteien für die Maßnahme, die von dem sozialdemokratischen PSOE Canarias eingebracht worden war – auch die rechtskonservative Volkspartei (PP). Gustavo Santana, Sprecher des PSOE, betonte bei der Vorstellung der Maßnahme, dass es sich dabei um »eine Investition und nicht um Kosten« handele.

Für die Umsetzung der Maßnahme sieht die kanarische Regierung öffentliche Subventionen für Tourismusunternehmen vor, die sie aus eigener Kraft nicht finanzieren können. Die Unternehmen würden derzeit »außerordentliche Gewinne« erzielen wegen des Tourismusbooms auf den Kanaren. Davon müssten auch die Beschäftigten profitieren, argumentierte die PSOE im kanarischen Parlament. Allein 2025 wurden 245 Millionen Euro aus dem Ausland im touristischen Sektor auf den Kanaren investiert.

Erwartbar: Nur die extrem rechte Partei Vox findet, dass die Frauen, von denen viele Migrantinnen sind, gerne weiterhin ohne jegliche mechanische Hilfe arbeiten und sich weiter buckeln sollen.

Die Organisation »Las Kellys« wurde 2016 gegründet, um die prekären Arbeitsbedingungen in der Hotelreinigungsbranche anzuprangern, und hat bereits landesweit mehrere Erfolge erzielt. Einige ihrer Mitglieder sind zusätzlich in Gewerkschaften organisiert, doch diese gelten vielen als zu bürokratisch und schwerfällig – und das Reinigungspersonal verfügt dort über wenig Einfluss.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.04.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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