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Präsidentschaft

Umkämpfte Stichwahl in Peru

Politische Spielchen vor Abstimmung

Foto: Angela Ponce/REUTERS
Unterstützer von Rafael López Aliaga am Sonntag in der peruanischen Hauptstadt Lima

Acht Tage nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Peru ist weiter offen, welche Kandidaten in die finale Abstimmung am 7. Juni einziehen werden. Während Keiko Fujimori, die Tochter des wegen Massakern und Korruption verurteilten Exdiktators Alberto Fujimori, unstrittig auf dem ersten Platz liegt, tobt ein erbitterter Kampf um den zweiten Rang. Mit einer Desinformationskampagne versucht der ultrarechte Unternehmer Rafael López Aliaga, die Wahl annullieren zu lassen. Sein Ziel ist es, den Einzug des linken Kandidaten Roberto Sánchez in die Stichwahl zu verhindern.

Nach Auszählung von gut 93 Prozent der Stimmen lag Fujimori (Fuerza Popular) am Sonntag abend mit rund 17 Prozent vorn. Dahinter folgen Sánchez (Juntos por el Perú) mit zwölf Prozent und López Aliaga (11,9 Prozent). Der Abstand beträgt etwa 13.000 Stimmen. Die Entscheidung, wer in der Stichwahl gegen Fujimori antritt, soll bis Mitte Mai fallen. Das Nationale Wahlgericht muss zuvor mehr als 5.000 beanstandete Wahlprotokolle überprüfen, viele davon aus Regionen, in denen Sánchez stark ist. Dieser wirft López Aliaga eine »Strategie des Chaos« vor.

Tatsächlich war der erste Wahlgang am 12. April von organisatorischen Problemen begleitet. In zahlreichen Wahllokalen kam es zu stundenlangen Verzögerungen, insbesondere in der Hauptstadt Lima. Teilweise öffneten die Lokale erst am folgenden Tag. Auch bei Transport und Sicherung des Wahlmaterials wurden Mängel festgestellt. Die Wahlbehörden räumten Unregelmäßigkeiten ein, erklärten jedoch, dass diese keinen systematischen Betrug belegten.

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López Aliaga weigert sich jedoch, das für ihn ungünstige vorläufige Ergebnis anzuerkennen. Wie die Zeitung La República enthüllte, verfolgt er einen Plan, um die Wahl zu kippen. Er setzte der Wahlbehörde ein Ultimatum, die Auszählung zu stoppen, und droht mit Gewalt, falls die Forderung nicht erfüllt würde. Zudem bietet er 20.000 Soles (etwa 5.000 Euro) für Beweise gegen Wahlleiter Piero ­Corvetto. Bereits nach den Wahlen 2021 hatten rechte Kräfte vergeblich versucht, die Wahl des linken Pedro Castillo zum Präsidenten wegen angeblichen Betrugs annullieren zu lassen. Auch jetzt fehlen Belege für entsprechende Vorwürfe.

Die stoßen diesmal selbst im rechten Lager auf Zurückhaltung. ­Fujimori, die mit ihrem Wahlsieg in der zweiten Runde rechnet, lehnt eine Annullierung ab. Während López Aliaga dennoch weiter auf Konfrontation setzt, bemüht sich Sánchez um politische Bündnisse mit linken und zentristischen Kräften. »Es geht nicht um links gegen rechts, sondern um eine Gruppe fanatischer Faschisten, die die Stimme des Volkes missachten«, warnt Anahí Durand, die ehemalige Ministerin für Frauen und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.04.2026, Seite 7, Ausland

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