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17.04.20261 Leserbrief
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Einwechslung bei der Linkspartei
Luigi Pantisano will Jan van Aken nachfolgen. Unterstützung von Schwerdtner und Reichinnek
In der Führung der Partei Die Linke steht ein Wechsel an. Am Mittwoch nachmittag hat der Kovorsitzende Jan van Aken überraschend angekündigt, auf dem Parteitag in Potsdam nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. »Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mein Amt im Juni niederlegen«, teilte van Aken mit. Wenige Stunden später warf der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion und Wunschkandidat van Akens für dessen Nachfolge, seinen Hut in den Ring. Auf seiner Homepage kündigte Pantisano an, in Potsdam für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen.
Nähere Angaben zu seinen gesundheitlichen Problemen hatte van Aken am Mittwoch nicht gemacht. Es sei keine lebensbedrohliche Krankheit, und es bestehe kein Grund zu größerer Sorge, erklärte der 64jährige. Er müsse trotzdem »aufpassen« und tue das »hiermit«, hieß es weiter. Er wolle das Mandat im Bundestag allerdings bis zum Ende der Legislatur ausüben. Bislang hieß es, van Aken wolle bei dem Parteitag erneut gemeinsam mit der Kovorsitzenden Ines Schwerdtner antreten. Im Oktober 2024 hatte Die Linke das Duo an die Spitze gewählt, als die Krise der Partei nach einer Serie von Wahlniederlagen und dem erstmaligen Ausscheiden aus einem ostdeutschen Landtag existenzbedrohend geworden war. In den Monaten danach gelang ein unerwartetes Comeback. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 zog die Partei mit 8,8 Prozent wieder in den Bundestag ein und steht seither in bundesweiten Umfragen auffallend stabil bei etwa zehn Prozent. Zuletzt scheiterte sie allerdings in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz bei den Landtagswahlen.
Mit einer Verbeugung vor van Aken und Schwerdtner begann Pantisano die Erklärung, in der er auf seiner Homepage seine Kandidatur bekanntgab. Er gehe diesen Schritt »in großer Demut«. Die Linke habe sich »mit Jan und Ines erneuert und stabilisiert«, so der Stuttgarter, der Mitarbeiter des früheren Linke-Chefs Bernd Riexinger war und zur Parteiströmung der Bewegungslinken gehört. »Mit einer Kampfansage an die abgehobene Politik und ihre reichen Freunde haben wir unsere Identität als Partei der arbeitenden Klasse wiederhergestellt«, schrieb er. Hier wolle er anschließen. »Unser Leben ist Spielball der Superreichen«, heißt es in der Erklärung. Und weiter: »Sie handeln nach ihren eigenen Regeln, zetteln Kriege an, plündern den Sozialstaat.« Derzeit blase die »schwarz-rote« Koalition »zum größten Angriff auf den Sozialstaat«. Die Linke müsse »die Gegenmacht sein zu einem System, das ausschließlich den Reichen und Mächtigen dient«.
Auf seiner Website schreibt der Bundestagsabgeordnete auch über seinen familiären Hintergrund. Seine Eltern seien 1979 aus Italien nach Deutschland gekommen, um ihren vier Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, und hätten in einer Metall- und Papierfabrik gearbeitet. Sie hätten »die Bücher hergestellt, die sie selbst nie lesen durften«. Er sei »stolz darauf, als Kind aus einem Arbeiterhaushalt mit Migrationsgeschichte studiert zu haben«.
Schwerdtner begrüßte die Kandidatur Pantisanos gegenüber dpa. Als wachsende Partei brauche Die Linke jede Kraft. Mit seiner »langjährigen Erfahrung in der Partei, im Bundestag und in der Kommunalpolitik« bringe er »wichtige Fähigkeiten mit, um die Partei weiter gut aufzustellen«. Kofraktionschefin Heidi Reichinnek schloss eine Kandidatur für den Parteivorsitz im ZDF aus und stellte sich in einem Post bei Instagram hinter Pantisanos Kandidatur.
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Kora Brandner 17. Apr. 2026 um 11:25 UhrWohin will eigentlich die Linkspartei und was vertritt sie wirklich? Ob die Linkspartei in Zukunft eine verlässliche Opposition darstellen wird, wage ich zu bezweifeln. Zu oft war sie wankelmütig in ihrer Haltung zur Friedensfrage oder sie fungierte gar als Mehrheitsbeschafferin für den Kanzler. Klare Haltungen sind oft nicht zu erkennen, nur dass sie im Politikkino mitspielen möchte, zeigt sie gern. Dabei soll es aber möglichst so weitergehen wie bisher, ohne eigenes Rückgrat. Ein Zusammenhalt bei den Linken hat es unter Riexinger nicht gegeben, und ob Pantisano das schafft, ist ungewiss. Eine erkennbare Opposition ist von großer Wichtigkeit in den heutigen Zeiten.
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