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Krieg gegen Iran

Es fahren Schiffe, nur wohin?

US-Blockade von Meerenge: Leere Tanker passieren Hormus – Ziel soll Irak sein. US-Navy stockt weiter auf

Foto: REUTERS
Drohung schon da, Weg noch frei: Ein Frachtschiff passiert am Sonntag die Meerenge von Hormus

Seit Montag kontrollieren mehr als ein Dutzend US‑Kriegsschiffe im Golf von Oman den Zugang zum Persischen Golf über die Straße von Hormus. Blockiert werden soll laut Washington jedes Schiff, das iranische Häfen anläuft, unabhängig vom Herkunftsland oder der Flagge. Sechs Schiffe seien in den ersten 24 Stunden zur Umkehr gezwungen worden, meldete das US-Centcom am Dienstag. Dem widersprach das Portal US Naval Institute in Teilen und schrieb von mindestens sieben Schiffen, die zunächst umgekehrt waren. Vier der sieben Schiffe hätten laut dem in London ansässigen Informationsdienstleister Lloyd’s List Intelligence schließlich ihre geplanten Routen wieder aufgenommen. Insgesamt gab es laut den Angaben sechs Durchfahrten durch die Straße von Hormus, Reuters berichtete von mindestens acht Schiffen, die am Dienstag die Meerenge durchquerten. Zwei Öltanker seien von einem US-Zerstörer gestoppt worden, berichtete die Agentur unter Verweis auf einen US-Offiziellen. Sie hätten versucht, den iranischen Hafen Tschahbahar am Golf von Oman zu verlassen.

Der von den USA mit Sanktionen belegte Tanker »Rich Starry« in chinesischem Besitz kehrte am Mittwoch in die Straße von Hormus zurück, nachdem er am Vortag den Golf verlassen hatte, wie Schiffsdaten zeigten. Dem in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Methanol beladenen Schiff war es demnach nicht gelungen, die US-Blockade zu durchfahren. Ebenfalls am Mittwoch passierte ein weiterer unter US-Sanktionen stehender Supertanker leer die Meerenge – nach Angaben der iranischen Agentur Fars mit Ziel Iran. Laut Reuters soll das Schiff jedoch an diesem Donnerstag im Irak beladen werden, ebenso wie ein unter maltesischer Flagge fahrender Öltanker, der Hormus passieren konnte.

Parallel verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Golfregion. Der Flugzeugträger USS »George H. W. Bush« mit rund 6.000 Soldaten befindet sich auf dem Weg in die Region, und zwar auf einer Route um das Kap der Guten Hoffnung. Ende April soll eine amphibische Kampfgruppe mit etwa 4.200 Marines eintreffen. Bereits jetzt operieren mit der USS »Abraham Lincoln« (Arabische See) und der USS »Gerald R. Ford« (östliches Mittelmeer) zwei weitere Träger in der Region. Insgesamt könnte die US-Präsenz damit auf rund 50.000 Soldaten anwachsen.

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Mit zeitlicher Verzögerung werden nun weitere militärische Erfolge Irans aus der Phase der offenen Gefechte sichtbar. Das US Naval Safety Command bestätigte jetzt, dass am 9. April eine Aufklärungsdrohne vom Typ MQ-4C »Triton« über dem Persischen Golf verloren ging. Ob die Maschine abgeschossen wurde oder technisch versagte, blieb offen. Der Stückpreis liegt bei 240 bis 250 Millionen US-Dollar. Dieser Verlust steht nicht allein: Seit dem 1. April sollen insgesamt 24 Drohnen vom Typ MQ-9 »Reaper« ausgefallen sein, mit einem Gesamtwert von rund 720 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf erfolgreiche iranische Angriffe gegen US-Einrichtungen in verbündeten Staaten. Auf einer US-Basis in Kuwait wurde ein nicht detonierter FAB-Sprengkörper gefunden – ein Indiz für den möglichen Einsatz von Bombern vom Typ »Suchoi« Su-24. Das Profil deutet auf Tiefflugangriffe mit Gleitbomben hin, wie sie zuletzt auch in der Ukraine eingesetzt wurden.

Parallel arbeitet Iran an der Wiederherstellung seiner unterirdischen Raketeninfrastruktur. Satellitenbilder, die CNN veröffentlichte, zeigen Baufahrzeuge, die Trümmer von einem getroffenen Tunnelzugang nahe der Stadt Khomein beseitigen. Die Zugänge zu diesen als »Missile Cities« bekannten Anlagen waren gezielt von US-amerikanisch-israelischer Seite bombardiert worden. Sam Lair vom James Martin Center for Nonproliferation Studies erklärte gegenüber dem US-Sender, die Wiederherstellungsarbeiten entsprächen dem iranischen Operationskonzept: Angriff absorbieren, ausgraben, erneut feuern.

Einstweilen fordert Iran Entschädigung für die Kriegsschäden – und zwar von fünf Regionalmächten, deren Territorien für Angriffe genutzt wurden, berichtete Al-Dschasira. Als Mechanismus schlägt Teheran demnach ein Hormus-Protokoll mit Durchfahrtsgebühren vor. Beziffert werden die Schäden seit Kriegsbeginn am 28. Februar auf rund 270 Milliarden US-Dollar. Getroffen wurden nahezu alle Infrastrukturbereiche: Öl- und Gasanlagen, Häfen, Kraftwerke, Krankenhäuser, Wohngebäude. Washington signalisiert unterdessen Gesprächsbereitschaft, hält eine Verlängerung der Waffenruhe über den kommenden Mittwoch hinaus jedoch für unnötig.

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.04.2026, Seite 7, Ausland

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