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Aus: Ausgabe vom 11.04.2026, Seite 1 / Titel
Unblock Cuba!

Kuba hält stand

US-Ölblockade gegen die Inselrepublik zieht immer weitere Kreise und gefährdet zusehends die Versorgung von Kranken und Kindern. Politischer Kurswechsel keine Option
Von Volker Hermsdorf
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Der Widerstand auf Havannas Straßen ist ungebrochen: Kundgebung gegen die Blockade Kubas am Dienstag

Während der Machthaber im Weißen Haus dem Iran drohte, »eine ganze Zivilisation auszulöschen«, gefährdet seine Politik in Kuba das Leben der Schwächsten. Sein Ziel ist in beiden Fällen dasselbe: die bedingungslose Unterwerfung unter Washingtons Diktat. In Kuba trifft Donald Trumps totale Energieblockade vor allem das Gesundheitssystem. »Mehr als 96.000 Patienten, darunter 11.000 Kinder, warten auf Operationen«, prangerte Präsident Miguel Díaz-Canel am Donnerstag (Ortszeit) in einer Botschaft an eine von den Vereinten Nationen organisierte internationale Konferenz über Zwangsmaßnahmen an. Weitere 16.000 Kranke, die eine Strahlentherapie benötigen, und nahezu 3.000, die auf Dialyse angewiesen sind, könnten ohne stabile Stromversorgung ebenfalls nicht versorgt werden.

Trumps Ölblockade legt den öffentlichen Verkehr lahm und führt zunehmend zu Engpässen bei der Lebensmittelversorgung. Der zuständige Minister, Alberto López, erklärte, dass Lieferungen für medizinische Einrichtungen, Altenheime und prioritäre Patienten gefährdet seien. Der Mangel an Benzin und Diesel habe dazu geführt, dass mehr als 117.000 Kinder ihre tägliche Milchration nicht erhalten und importiertes Milchpulver nicht verteilt werden kann. Dies betreffe 36.000 schwangere Frauen und mehr als 7.000 Kinder mit chronischen Krankheiten, die ihre Ration zu Beginn jedes Monats erhalten sollten. Darüber hinaus würden rund fünf Millionen Bürger aufgrund des Mangels an Mehl kein tägliches Brot erhalten, obwohl Zahlungen dafür an Lieferanten bereits erfolgt seien. US-Sanktionen verhindern, dass Schiffe für den Transport zur Verfügung stehen, so López.

Laut dem UN-Koordinator für Kuba, Francisco Pichón, blockieren die US-Maßnahmen auch die Verteilung humanitärer Hilfslieferungen. »Etwa 170 Container mit lebenswichtigen Gütern, die bereits in Kuba angekommen sind und einen Wert von etwa 6,3 Millionen Dollar haben, erreichen die Bevölkerung nicht, weil Treibstoff fehlt«, erklärte Pichón am Montag bei einer Pressekonferenz des UN-Sprechers Stéphane Dujarric.

Parallel zur Energieblockade setzt Washington Staaten unter Druck, um Kubas medizinische Brigaden zu diskreditieren und entsprechende Kooperationen zu beenden. Die Missionen sind nicht nur eine wichtige Einnahmequelle, sondern seit Jahrzehnten Ausdruck praktischer Solidarität mit Ländern des globalen Südens. Mehr als 600.000 Fachkräfte haben seit den 1960er Jahren in über 160 Staaten medizinische Hilfe geleistet – häufig in Regionen, die zuvor kaum Zugang zu Gesundheitsversorgung hatten.

Präsident Díaz-Canel wies die mit der verschärften Blockade verbundenen US-Forderungen nach einem politischen Kurswechsel entschieden zurück. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC erklärte er, Kuba sei ein souveräner Staat, dessen Führung nicht von Washington bestimmt werde. Gespräche seien nur auf Grundlage gegenseitigen Respekts und ohne Drohungen möglich.

Zugleich wächst die internationale Unterstützung für Kuba. Russland hat Ende März 100.000 Tonnen Rohöl geschickt und weitere Lieferungen bereits angekündigt. Moskaus stellvertretender Außenminister Sergej Rjabkow betonte am Donnerstag in Havanna, die Sicherung von Kubas Energieversorgung habe für seine Regierung Priorität, und die US-Ölblockade sei nicht nur für Moskau inakzeptabel.

Der panamaische Soziologe Olmedo Beluche nennt Trumps Kuba-Politik das lateinamerikanische Äquivalent zu Gaza. »Wie in Gaza wird versucht, ein Volk durch Hunger zu töten, das beschlossen hat, frei zu sein und sich nicht der imperialistischen Ausbeutung durch die USA zu unterwerfen«, warnt er. In Kuba werde deshalb auch »über die Unabhängigkeit und Freiheit Lateinamerikas und der Karibik entschieden«. »Wenn Kuba heute fällt, sind andere Regierungen morgen die nächsten.«

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