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Klingbeil: Gesellschaft muss mehr arbeiten

Berlin. Vizekanzler Lars Klingbeil hat am Mittwoch seine Reformpläne in Berlin skizziert. Im Zentrum stand die Forderung, dass in der BRD künftig mehr und länger gearbeitet werden muss. »Dafür sind wir alle gefordert, Gewohnheiten aufzugeben, Blockaden aufzulösen«, verlangte der SPD-Chef laut Redemanuskript. »2026 wird uns Mut abverlangen.« Klingbeil will demnach das Ehegattensplitting für künftige Ehen abschaffen – Frauen sollen öfter in Vollzeit arbeiten. Für Unternehmen solle es zudem längere Befristungsmöglichkeiten bei Anstellungen geben, bei der Rente solle längeres Arbeiten stärker gefördert werden. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.03.2026, Seite 4, Inland

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→Leserbriefe
  • Reinhard Hopp aus Berlin 26. März 2026 um 15:39 Uhr
    Klingbeil mimt jetzt den Schröder 2.0 - Als ob ein Totengräber der Partei für die alte SPD nicht schon viel zu viel gewesen wäre. Muss es jetzt auch noch »Leichenschändung« sein?!
  • B.S. aus Ammerland 26. März 2026 um 12:11 Uhr
    Wer hat euch verraten? Sozialdemokraten! Und wer gibt euch den Rest? Merz, Söder und die Weigel-Pest!
  • Peter Tiedke aus Golzow 26. März 2026 um 10:38 Uhr
    Klingbeil ist ein typischer Vertreter dieser »gutbürgerlichen« Politikergeneration. Schaut Euch die Lebensläufe dieser Leute an! Herr Klingbeil, mittlerweile 48 Jahre, hat seit seinem Studium keine Zeit mit Arbeit vergeudet, sondern sich als Apparatschik innerhalb der SPD hochgedient, versorgt von Beiträgen und Steuergeldern. Mit seiner »Reformen« genannten Liebdienerei gegenüber dem Kapital will er uns nun »länger und mehr« arbeiten lassen. Dass dabei die SPD den allerletzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit als Partei der arbeitenden Leute verliert, scheint niemanden der Parteioberen mehr zu stören – zu offensichtlich ist der unaufhaltsame Weg in die Bedeutungslosigkeit. Aber noch einmal soll sie faktischen Wählerbetrug verüben, dann kann (und wird) sie abtreten. Vor 20 Jahren schon hat Müntefering (SPD) nach Wahlen geklagt, es sei »unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen«. Genau deshalb sind sie auch »nur ihrem Gewissen verpflichtet«. In einem Punkt hat dieser Finanzminister allerdings recht: 2026 wird uns viel Mut abverlangen, um diesen unsozialen, militaristischen Kurs der rechtesten Regierung, die die BRD bislang hatte, zu stoppen. Dagegen auf die Straße zu gehen, mit den Nachbarn und in den Familien für Aufklärung zu sorgen, sich von den Repressionen nicht beeindrucken zu lassen – dafür braucht es in der Tat viel Mut. Das nächste Mal schon bei den Ostermärschen.
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