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25.03.20261 Leserbrief
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Juso-Chef sieht SPD vor »Abgrund«
Berlin. Nach den Wahldebakeln in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg forderte Juso-Chef Philipp Türmer eine Neuaufstellung der SPD-Führung. »So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Mit diesem Kurs marschieren wir in den Abgrund«, sagte Türmer am Dienstag dem Spiegel. Die Arbeit in den Parteigremien nehme er »teilweise als sinnlose Beschäftigungstherapie wahr«. Es gebe »keine Linie, keine Strategie«. Die beiden Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas »müssen beantworten, was sie anders machen wollen, oder ob sie ihre Positionen zur Verfügung stellen«. Bei den anstehenden Verhandlungen über »Reformen« solle sich die SPD nicht von der Union treiben lassen. Man dürfe »nicht einfach übernehmen, was die CDU fordert«. (dpa/jW)
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Onlineabonnent*in Manfred P. aus H. 25. März 2026 um 13:47 UhrWas heißt hier »Abgrund«? Die SPD geriert sich spätestens seit 1914 (Kriegskredite), Zerschlagung sozialistischer Tendenzen der Räterepubliken, Ermordung Luxemburgs und Liebknechts, Schumachers Linksradikalismus, »Errichtung des Sozialismus als Tagesaufgabe« und dem vorläufigen Schlusspunkt in Godesberg 1959 (Godesberger Programm) als willige Helfer des Kapitals. Der rote Faden der »Vaterlandslosen Gesellen« spinnt sich linear fort, von der »Sozialpartnerschaft« zur »Kapitalpartnerschaft«. Parallel wurde der SPD-geführte DGB noch schnell mit V.Agartz und Th.Pirker und anderen verdächtigen Linken »gesäubert« und schon war man geschätzt als Komanagement in den Vorstandsetagen der Konzerne. Posten in Aufsichtsräten und Vorständen sollen ja auch recht ordentlich dotiert sein. Na ja, Genosse Türmer, sich »von der Union treiben lassen« ist auch gar nicht nötig. Falls er sich näher mit der deutschen Sozialdemokratie als der ältesten Parlamentspartei dieses Landes ernsthaft beschäftigt hätte, könnte er sich die Antwort selber geben. Bei der Kapitalpartnerschaft brauchts die CDU nämlich gar nicht. Da gab es mit den Eberts, Scheidemanns, Noskes und Zörrgiebels schon genug Koryphäen, die für den »sozialen Frieden« an der Heimatfront gesorgt haben. Wenn nötig sogar mit der Reichswehr und Mordkommandos. Das Wahlvolk hat für eine solche Politik offenbar ein Gespür und schwenkt dann doch eher zum Original (CDU/CSU) oder eben zur AfD. Ich wette, es werden in manchen Ortsvereinen der SPD hinter vorgehaltener Hand die Rufe nach einem Herrn Pistorius lauter. Dann braucht es vielleicht gar keine Reformen. Eine andere Partei mit emanzipatorischem Anspruch, wie es ein »Sozialistisches Bündnis« wäre, ist leider zur Zeit nicht zu haben. Wäre aber nötig.
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