Phantom des Tages: US-Luftüberlegenheit
Von Luca von Ludwig
Ein Gespenst geht um im Luftraum von Iran. Komischerweise scheinen es die Poltergeister vor allem auf hochwertiges Equipment des US-Militärs abgesehen zu haben. Etwa auf die drei »Reaper«-Drohnen, die bei »Unfällen« abhanden gekommen sind, oder ein Tankflugzeug nebst sechs Besatzungsmitgliedern (ebenfalls »verunglückt«), oder ganze drei durch »Friendly Fire« abgeschossene F-15, oder die USS »Gerald R. Ford«, auf der nach offizieller Darstellung quasi von Zauberhand ein riesiges Feuer ausbrach, oder, oder, oder.
Gut, dass die USA mehr als 20 Jahre und etwa 40 Milliarden US-Dollar in ein garantiert spukresistentes Kampfflugzeug der neuesten Generation gesteckt haben. Einen wortwörtlich »unfairen Vorteil« verspricht der Hersteller den Piloten der F-35, dem bisher fortschrittlichsten Fighter in Washingtons Arsenal, durch dessen Tarnfähigkeiten. Minimale Radar- und Hitzesignaturen sollen die bösen Geister gegnerischer Luftabwehr fernhalten.
Half nur nix. Am Donnerstag musste auf einem US-Stützpunkt im Nahen Osten eine F-35 eine Notlandung hinlegen – nachdem sie von iranischem Beschuss getroffen wurde, wie unter anderem CNN berichtete. Dafür brauchte Teheran gar kein Hexenwerk. Gereicht hat wohl ein Lenksystem, das die Boden-Luft-Rakete mittels optischer und thermischer Signale an ihr Ziel führte.
Nun kann die ganze Welt auf den veröffentlichten Videos sehen, wie das Fetischobjekt so manchen Militärfanatikers das (soweit bekannt) erste Mal einen, wenn auch indirekten, Luftabwehrtreffer einsteckt. Für den Kriegsverlauf ist das einzelne Ereignis sicher kaum relevant, doch dem Pentagon könnte es schon etwas schaurig werden. Die Mystik der absurden US-Militärbudgets, der Trugschein schier endloser destruktiver Kapazitäten und die Illusion technologischer Überlegenheit bröckeln. Es bleiben Schall und Rauch.
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