US-Antiterror-Chef tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück
Washington. In den USA hat ein hochrangiger Vertreter des Sicherheitsapparates aus Protest gegen den Iran-Krieg mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums (NCTC), Joseph Kent, schrieb am Dienstag im Onlinedienst X, der Iran sei »keine unmittelbare Bedrohung« für die USA gewesen. Er könne diesen Krieg nicht guten Gewissens unterstützen, so der frühere CIA-Mitarbeiter. Es sei offensichtlich, »dass wir diesen Krieg wegen Drucks aus Israel und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben«, schrieb Kent in seinem auf X veröffentlichten Rücktrittsbrief an Trump. Darin argumentiert der 45jährige, »hochrangige israelische Offizielle und einflussreiche Vertreter amerikanischer Medien« hätten Trump nach dem Beginn seiner zweiten Amtszeit mit einer Desinformationskampagne überzeugt, den Iran anzugreifen. Ihm sei suggeriert worden, dass der Iran eine unmittelbare Gefahr für die USA darstelle und dass es einen »klaren Weg zu einem schnellen Sieg« gebe. »Das war eine Lüge«, schrieb Kent weiter. Er rief Trump auf, einen Kurswechsel einzuleiten. Ansonsten würden die USA »weiter Richtung Niedergang und Chaos abrutschen«.
Trump reagierte wie üblich mit herabsetzenden Äußerungen auf die Kritik. Der Rücktritt Kents sei »eine gute Sache«. »Ich fand immer, dass er in Sicherheitsfragen schwach war, sehr schwach«, sagte der US-Präsident vor Journalisten im Weißen Haus. Als er Kents Rücktrittserklärung gesehen habe, »wurde mir klar, dass es gut ist, dass er weg ist«. (AFP/jW)
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