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Kriegsvorbereitungen im Pazifik

Auf deutsch-japanischer Achse

Minister Pistorius vereinbart in Tokio mit Amtskollege intensivere Militärkooperation

Foto: David Mareuil/Pool Photo via AP/dpa
Männer führen Kriege: Boris Pistorius und Koizumi Shinjiro (r.) am Sonntag auf der Marinebasis Yokosuka unweit von Tokio (22.3.2026)

Im Zuge der westlichen Kriegsvorbereitungen ist die Bundesregierung um eine Stärkung der Achse Berlin–Tokio bemüht. Geplant sind ein gemeinsamer Ausbau des Rüstungssektors sowie Beratungen im Krisenfall für abgestimmte Maßnahmen, sagten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein japanischer Amtskollege Koizumi Shinjiro am Sonntag. Sie trafen sich auf der Marinebasis Yokosuka in der Nähe der Hauptstadt Tokio. Beide Staaten müssten als Mittelmächte, die zur sogenannten regelbasierten internationalen Ordnung stünden, »noch enger zusammenrücken und deutlich machen, wofür wir stehen und wie wir das gewährleisten«, sagte Pistorius. »Angesichts dieser veränderten sicherheitspolitischen Lage ist es kaum noch möglich, allein als einzelnes Land zu reagieren«, erklärte Koizumi.

Künftig soll »der Austausch von Soldatinnen und Soldaten einfacher werden«, wie das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) am Sonntag mitteilte. »Die Sicherheit im indo-pazifischen Raum ist untrennbar mit der Sicherheit Europas verbunden«, hieß es dort. Von Nordkorea gehe »eine zunehmende Bedrohung aus«. Es »unterstützt Russland in seinem völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine und gewinnt so an Kampferfahrung«. Dadurch steige Pistorius zufolge »auch die Bedrohung für Japan«. Angesichts des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran warnte er davor, dass Russland nicht von »damit verbundenen steigenden Öl- und Gaspreisen profitieren« dürfe. Die auch von Japan mitgetragenen Sanktionen gegen Russland »dürfen nicht gelockert werden«, betonte Pistorius.

Ihn begleitete eine Delegation aus Spitzenvertretern großer deutscher Kriegsprofiteure, darunter Airbus Defence, Diehl, MBDA, Rohde & Schwarz, Quantum Systems und TKMS. Airbus und Kawasaki Heavy Industries kollaborieren laut BMVg bereits seit mehr als 50 Jahren für Hubschrauber vom Typ H145. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.03.2026, Seite 4, Inland

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