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Nachschlag: Kompromat

Red Sparrow | Fr., 00.40 Uhr, DK 1

Foto: Capital Pictures/IMAGO
Der Profikörper ist ein Körper des Belastungsrisikos: Jennifer Lawrence in »Red Sparrow«

Jennifer Lawrence wird Spionin auf dem zweiten Bildungsweg. Zu Beginn ist sie noch Primaballerina am Bolschoi. Dann bricht man ihr auf der Bühne das Bein. Glücklicherweise hat sie einen netten Onkel namens Wanja (haha), der arbeitet beim Geheimdienst, Auslandsabteilung, und da kann es bekanntlich heiter werden. Die Spionageschule erweist sich als »Hurenschule«. Wie erlernen die Lehrlinge dort ihr Handwerk, die ominöse »Tradecraft«? Sie gucken SM-Pornos und spielen sie im Klassenzimmer nach. Der Profikörper ist in Situationen gefangen, in denen die Folter der Sex ist und umgekehrt. Lust ist schwer zu zeigen. Man kann sie lediglich an-zeigen (»Ach-tung!«). Folterinstrumente lassen sich einfacher ins Bild setzen. Sie sind gleichsam die Messlatte der Lustbereitung geworden. Zudem gehört es zur Grundausstattung der Körperprofis (Tänzer, Sportler, Agenten im Außendienst), permanent erheblichem Schmerz ausgesetzt zu sein. Der Profikörper ist ein Körper des Belastungsrisikos. Seine (an Drogen und Schmerzen erprobte) Toleranz ist zugleich sein »Sexappeal«. (aha)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.03.2026, Seite 14, Feuilleton

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