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Aus: Ausgabe vom 13.03.2026, Seite 1 / Ansichten

Trump verhöhnt Seeleute

Blockade der Straße von Hormus
Von Burkhard Ilschner
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Ein in der Nähe von Basra beschädigter Öltanker nach einem Angriff (12.3.2026)

»Warlike Operations Area« (WOA): Die Straße von Hormus, der Golf von Oman und der Persische Golf sind offiziell zum Kriegsgebiet erklärt worden – eine bedeutende Geste des International Bargaining Forum (IBF) an jene zigtausend Seeleute, die momentan an Bord dort festliegender Schiffe arbeiten. Das IBF ist eine globale Verhandlungsplattform zwischen Seeleutegewerkschaften und Reederverbänden: Aktuell setzt die WOA-Erklärung Schutzregeln in Kraft wie Heuerzuschläge oder Entschädigungen im Verletzungs- oder Todesfall – sowie das verbriefte Recht, Fahrten in ein Kriegsgebiet zu verweigern.

Zugegeben: Letzteres nützt den aktuell Betroffenen in den Golfregionen im Augenblick wenig. Sie sitzen fest und können nur hoffen, von Angriffen verschont zu bleiben. Vielleicht hätten die IBF-Instanzen die WOA-Einstufung einige Wochen zuvor erörtern sollen – »warlike« ist die Situation in den Gewässern zwischen Arabien und dem Iran ja schon länger.

Aber diese zigtausend Menschen nun zu verhöhnen, das ist an Niedertracht kaum zu überbieten. Ohne einen Funken Anstand schwadroniert Donald Trump im Fernsehen über die Situation dieser Seeleute, die er selbst zu verantworten hat, und empfiehlt mit ordinären Worten – »They should show some guts« (sie sollten Eier in der Hose haben) –, weiter die Straße von Hormus zu passieren, es gebe nichts zu befürchten: unverschämt angesichts anhaltender Attacken auf Schiffe und der Opfer unter den Besatzungen. Wie müssen die Seeleute sich fühlen, die das an Bord mitbekommen? Und wie ihre Familien, die daheim um ihre Liebsten bangen?

Es trifft letztlich uns alle: Kriegsrisikoprämien etlicher Schiffs- und Frachtversicherer, steigende Transportkosten und anderes mehr belasten Endverbraucher weltweit. Da spielt es kaum noch eine Rolle, dass Trump neben Unverschämtheiten auch Unwahrheiten verbreitet. Schutz für Handelsschiffe? Laut heimischen Experten hat die US-Navy selbst nicht genügend Schiffe für eine wirksame Eskortierung. Hilfszusagen von 20 Milliarden US-Dollar? Angesichts erwartbarer Schäden allein für die Schiffahrt einfach lächerlich.

Wie schön wäre es doch, dürften alle betroffenen Seeleute bis auf weiteres Fahrten in Häfen von Trump-Land verweigern.

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