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Nach Irritationen in Madrid: Wadephul um Beruhigung nach Merz-Auftritt bemüht

Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Nicht jeder kann darüber lachen: Merz bei Trump im Weißen Haus zu Washington

Warschau. Außenminister Johann Wadephul hat nach den Ausfällen von US-Präsident Donald Trump gegen Spanien die Solidarität innerhalb der EU betont. Europa lasse sich nicht auseinanderdividieren, sagte der CDU-Politiker nach dem informellen Treffen des Ostseerats in Warschau. Man lasse auch nicht zu, »dass ein einzelner Mitgliedsstaat wettbewerbsrechtlich oder beim Marktzugang bedroht wird«. Er ergänzte: »Wir stehen in der Europäischen Union zusammen. Und das gilt auch für Spanien ganz selbstverständlich.« Man habe beim Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz mit Trump in Washington am Vortag einige Vorwürfe von US-Seite gegen Spanien gehört. Diese habe der Bundeskanzler mit Trump auch weiter besprochen, sagte Wadephul weiter.

Trump hatte bei dem Treffen mit Merz am Dienstag im Weißen Haus gegen die Regierung in Madrid ausgeteilt. »Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten«, sagte er mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. »Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen«, beschwerte sich Trump. Deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, »alle Deals« mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar. Vor laufenden Kameras ging Merz im Weißen Haus nicht auf die Attacken ein. Das hatte in Madrid für Aufsehen gesorgt. Der spanische Außenminister José Manuel Albares erklärte im Sender RTVE, er habe Deutschland seine »Überraschung« über die mangelnde Solidarität des Bundeskanzlers übermittelt. Ministerpräsident Sánchez erwähnte Merz zwar nicht direkt, sagte aber, es sei »naiv zu glauben, dass blinder und unterwürfiger Gehorsam Führung bedeutet«. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen am 05.03.2026, Ausland

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