Kampfgründe noch und nöcher
Im Februar 2025 machte der Deutsche Gewerkschaftsbund öffentlich, dass mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Frauen keine langfristige Existenzsicherung habe. Sie können nicht für Situationen vorsorgen, in denen sie nicht oder nicht mehr arbeiten können, etwa infolge von Erwerbslosigkeit, Krankheit oder Alter. 70 Prozent der erwerbstätigen Frauen können mit ihrem Verdienst allein nicht langfristig sich selbst und ein Kind versorgen. Gut ein Jahr später hat der Bundestag nun mit der neuen Grundsicherung einen neuen Angriff auf die Arbeiterklasse, der insbesondere die Frauen trifft, beschlossen. Denn rund 56 Prozent der Bürgergeldbezieher sind weiblich, bei den Alleinerziehenden liegt der Frauenanteil bei über 82 Prozent. Attacken von Unternehmerverbänden, wie die auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, werden auch zuerst die Frauen treffen.
Frauen arbeiten wesentlich öfter in Berufen und Branchen ohne Tarifvertrag. Dass die geschlechtsspezifische Lohnlücke in Ostdeutschland (fünf Prozent) deutlich geringer ist als im Westen (17 Prozent), liegt nur daran, dass auch die ostdeutschen Männer selten mehr als den Mindestlohn erhalten.
Ökonomische Abhängigkeiten führen zu privaten Abhängigkeiten. Da ist es kein Wunder, dass auch Frauen die ersten Opfer einer gesellschaftlichen Verrohung sind. Häusliche Gewalt hat einen neuen Höchststand erreicht. 2024 musste bereits ein Anstieg von 17,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 konstatiert werden.
Nun stelle man sich vor, man ist nicht nur Frau, sondern verfügt auch nicht über einen deutschen Pass. So hat Hamburg jüngst die Versorgung Schwangerer ohne Aufenthaltspapiere verschlechtert und deren Verlegung in andere Bundesländer kurz vor und nach der Geburt erlaubt.
All das passiert zu Friedenszeiten, wenigstens hierzulande. Aber dabei wird es nicht bleiben. Gerade erst wurde eine ganze Region in den Krieg gerissen. Und die deutsche Bundesregierung will da nicht zurückstehen. Mit Waffenlieferungen beteiligt sie sich längst und fährt die Rüstungsproduktion hoch. Nun greifen sie nach unseren Kindern. Das dürfen wir nicht zulassen. Heraus zum Internationalen Frauentag. Heraus gegen Wehrpflicht, Hochrüstung und Krieg.
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