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Aus: Ausgabe vom 18.02.2026, Seite 16 / Sport

Zuviel gefeiert

Von André Dahlmeyer
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Schöner liegen: FC Barcelonas Frenkie de Jong spürt das Gras wachsen

Einen wunderschönen guten Morgen! In der spanischen La Liga kam es nach einem katalanischen, einem madrilenischen und einem königlichen Duell sowie dem zweier argentinischer Trainer zu einer Wachablösung an der Tabellenspitze.

Der FC Girona, eng verbandelt mit dem Guardiola-Clan und also auch mit Manchester City, empfing im 14.500 Zuschauer fassenden Estadi ­Municipal de Montilivi den großen Bruder und Geschäftspartner FC Barcelona. Der von Hans-Dieter Flick kommandierte Culé, immer noch ohne Pedri und Gavi, hatte in Halbzeit eins diverse Chancen, um in Führung zu gehen, doch Gironas argentinischer ­Tormann-Hüne Paulo Gazzaniga klärte aus Schmauchspurdistanz gegen Lamine Yamal, Raphinha traf nur den Pfosten. In der Nachspielzeit trat Daley Blind Señor Dani Olmo regelwidrig auf den Fuß, Strafstoß für Barça. Gazzaniga setzte auf die Frechheit des Alters und blieb einfach in der Mitte seines Brotkastens stehen. Lamine Yamal hatte zwar nicht die den Torrumsteher psychologisch zermürbende Mitte im Auge, traf dennoch nur den Pfosten, Argentinien ein, Yamal Zero. Auch Girona hatte Chancen.

Nach dem Wechsel lief beim Blaugrana gar nichts mehr. Dennoch brachte der 19jährige Innenverteidiger Pau Cubarsí seine Truppe mit einem wundervollen Kopfball vom Sanktionspunkt nach einem Präzisionspass von Jules Koundé überraschend in Führung. Zwar flog der Adler Gazzaniga, doch seine Schwingen waren zu kurz. Im Gegenzug Konfusion im Strafraum der Flick-Jünger, der ukrainische Mittelstürmer ­Vladyslav Vanat legt von links quer an den Fünfer, wo der Frankreicher Thomas Lemar zum Ausgleich abstaubt. In der Folge immer wieder Chaos im Strafraum von Barça. Girona wurde ein Tor aberkannt. Um das Gehäuse von Joan García herum brannte es lichterloh. Bei Girona kickte mittlerweile der kleine Argentinier Claudio »Teufelchen« ­Echeverri (20), ein Alptraum für Barça. Die Blicke, die Lamine Yamal ihm zuwarf, sprachen Bände. Echeverri trieb die Blanc-i-Vermells an, er war der Matchwinner, er sagte: Hey, Scaloni, die USA gefallen mir, nimm mich mit auf die Reise, Mister! Ein absoluter Wahnsinn, als dem eingewechselten Fran ­Beltrán kurz vor Schluss mit einem Flachschuss der völlig verdiente Siegtreffer gelang! In der 99. Minute nahmen dann noch gleich zwei Kicker Gironas Lamine Yamal hops. Aber nur einer flog vom Platz (ein Herr Roca)!

Da Real Madrid (Mastantuono und Mbappé nur auf der Bank) bereits am Sonnabend mit 4:1 gegen Real Sociedad aus San Sebastián gewonnen hatte, blieben die Merengues nach dem kleinen Clásico von Catalunya damit neuer Tabellenanführer bei den Stiertötern mit kommoden zwei Punkten Vorsprung. Der FC Barcelona hatte bereits vor einer Woche im Semifinalhinspiel im Estadio Metropolitano bei Atlético Madrid mit 0:4 mächtig auf den Dez bekommen. Sollte Barça die Achtelfinals der Champions League nicht überstehen, war’s das für Hansi (Canary in a ­Coalmine).

Auch Atlético Madrid enttäuschte die Fans auf ganzer Linie. Haben die vom Colchonero zuviel gefeiert? Am Weekend waren die Simeone-Boyz jedenfalls im Stadtderby bei Rayo Vallecano (0:3) völlig chancenlos. Diego Simeones Augenmerk scheint auf den Playoffs der Champions und beim Pokalrückspiel gegen Barça zu liegen. Nun ja. Im Duell der argentinischen Trainer gab es keinen Sieger. Der FC Sevilla (Matías Almeyda, einst der Scheff der Albiceleste von Marcelo Bielsa auf dem Platz) und ­Alavés (Eduardo Coudet) trennten sich 1:1. Nützte weder den Andalusiern noch den Basken, hallo Abstiegskampf.

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