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Kein Imperium währt ewig

Die Entführung Nicolás Maduros und seiner Frau Cilia Flores war ein Akt des US-Staatsterrorismus
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Wenn wir an den kürzlich erfolgten Angriff der Marinestreitkräfte der US-Regierung auf Venezuela denken und an die beabsichtigte Ausbeutung der riesigen Ölreserven des Landes durch die Vereinigten Staaten von Amerika – einigen Berichten zufolge verfügt Venezuela über die größten Ölreserven der Welt –, wie kann man darin etwas anderes sehen als einen Raubüberfall? Dabei griffen die Räuber nicht nur mit Pistolen an, sondern mit Flugzeugen und Bomben und es wurde mit noch stärkeren Waffen gedroht. Hier kommt mir der alte Satz in den Sinn, mit dem Gangster in Filmen immer gedroht haben: »Geld oder Leben!« Beim Überfall auf Venezuela hat die mächtigste Militärmacht der Welt im Grunde gesagt: »Öl oder alles, was ihr habt! Also her damit, ihr Mistkerle!«

Venezuela steht schon seit längerer Zeit buchstäblich unter Dauerbeschuss, und deshalb bin ich fest überzeugt: Wenn ein Präsident und seine Ehefrau aus ihrem Land verschleppt und in ein anderes Land geflogen werden, mit dem sie nichts zu tun haben, und wenn beide zwangsweise vor ein ausländisches Gericht gezerrt werden, dann ist das nichts anderes als Kidnapping. Nicolás Maduro und seine Frau, die Juristin und Abgeordnete des venezolanischen Parlaments Cilia Flores, sind Opfer des politischen Terrorismus der USA. Sie wurden gewaltsam aus ihrem Haus entführt, von ihren Kidnappern über mehrere Länder geflogen und von der US-Justiz widerrechtlich angeklagt.

Wir müssen uns noch einmal bewusst machen, was die Vereinigten Staaten zuletzt im Irak und in Afghanistan angerichtet haben. Nennt mir eine Person – ich spreche nicht einmal von bestimmten politischen Anführern –, die von einem dieser Länder vor Gericht gestellt wurde, obwohl sie jahrelang unter dem Staatsterrorismus der USA gelitten haben. Nur eine einzige Person! Es gibt keine! Sie haben Zivilisten getötet, als wären sie lästiges Ungeziefer. Sie haben ganze Städte in Schutt und Asche gelegt und die Zivilisation in diesen beiden Ländern, in Irak und Afghanistan, zerstört. Und hinterher sagten sie: »Ups! Wir haben uns geirrt. Tut uns leid, aber wir gehen wieder zur Tagesordnung über.«

Wie kann es sein, dass wir über das Geschehen in anderen Ländern nachdenken, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was passieren würde, wenn diese Greueltaten hier verübt würden? Das liegt daran, dass wir die Welt aus einer imperialen Perspektive betrachten. Wir betrachten sie nicht wirklich aus der nationalen Sichtweise des jeweiligen Landes, denn unsere Perspektive ist größer als die jeder Nation. Imperien sind größer als Nationen. Und Imperien haben keine Verbündeten. Ich erinnere mich, dass ich diese Feststellung in dem gemeinsam mit Stephen Vittoria herausgegebenen dreibändigen Werk »Murder Incorporated« vertreten habe. Und wisst ihr was? Kein Imperium währt ewig – das lehrt uns die Geschichte. Also fordern wir: Freiheit für Nicolás Maduro! Freiheit für seine Frau Cilia Flores! Sie sollen in ihr eigenes Land zurückkehren dürfen, wie es ihnen zusteht.

Übersetzung: Jürgen Heiser

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