Fanhilfe Hertha BSC: Polizeigewaltexzesse gegen Fußballfans
Zum Gewaltexzess der Berliner Polizei gegen aktive Fußballfans beim Zweitligaspiel Hertha BSC gegen Schalke 04 am vergangenen Sonnabend erklärte die Fanhilfe Hertha BSC am Montag abend:
Auch heute noch blicken wir fassungslos auf die Geschehnisse vom Samstag. Die negative Entwicklung der vergangenen Monate seit dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden gipfelte in den gewalttätigsten Übergriffen der Berliner Polizei gegen Hertha-Fans seit mehreren Jahrzehnten.
Immer wieder haben wir vor einer solchen Eskalation gewarnt und auf die Zunahme polizeilicher Provokationen hingewiesen. Zahlreiche Vermittlungs- und Gesprächsangebote durch Vereinsvertreter wurden jedoch von seiten der Polizei und der Innensenatorin ausgeschlagen. Die von der Einsatzleitung langfristig vorbereitete Eskalation folgte dann vor der Ostkurve.
Ins negative Bild des Tages reihen sich Übergriffe der Polizei gegen die Gästefans aus Gelsenkirchen nahtlos ein. Laut Königsblauer Hilfe wurden Fans im Gästebereich durchgehend provoziert und bei der Abreise kam es am S-Bahnhof Olympiastadion zu massiver Polizeigewalt.
Und auch im Nachgang unterstreicht die Berliner Polizei mit ihrer veröffentlichten Mitteilung zu ihrem Einsatz die fehlende Grundlage und Unverhältnismäßigkeit ihres Handelns. Gespickt mit eklatanten Widersprüchen zur eigenen Darstellung am Samstag abend, fehlerhaften Informationen, im Konjunktiv formulierten Spekulationen, die als Fakten herhalten sollen und krampfhaften Versuchen, eine Rechtfertigung für den beispiellosen Gewaltexzess der Beamten zu finden, fehlt jeglicher Ansatz der Reflexion. (…)
Auch das weitere Beharren auf der Darstellung lediglich leichtverletzter Fans verhöhnt die Betroffenen des polizeilichen Gewaltexzesses. Mindestens vier Fans mussten umgehend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zwei Personen wurden erhebliche Gesichtsverletzungen durch die Beamten zugefügt, mit Verdacht auf weitere Schäden am Kopf. Durch Schläge und Tritte verlor ein Fan kurzzeitig das Bewusstsein. Einer anderen Person wurde durch einen Faustschlag die Nase gebrochen. Das brutale Vorgehen der Polizei hat ebenfalls dazu geführt, dass auch Personen, die nicht der aktiven Fanszene zugerechnet werden können, verletzt worden sind. Darunter auch Angestellte von Hertha BSC, die das Geschehene genauso wie gewählte Gremienvertreter des Vereins aus der Nähe beobachten konnten.
Damit jedoch nicht genug: Mehrere vermummte und behelmte Einsatzkräfte hinderten am Abend auch noch Freunde der Verletzten daran, zu ihnen zu gelangen. Behelmt und in Vollmontur positionierten sich die Einheiten direkt vor dem Eingang zum Krankenhaus, während weitere Polizeikräfte die sich in der unmittelbaren Umgebung des Krankenhauses befindlichen Freunde durch die Straßen jagten und teilweise deren Personalien feststellten.
Ein weiterer daraus resultierender und anscheinend gewünschter Effekt war, dass Verletzte aus Sorge vor weiteren Repressalien andere Rettungsstellen aufsuchen mussten und sich dadurch die dringend notwendige ärztliche Versorgung verzögerte.
Auch liegen uns zahlreiche Schilderungen weiterer Fans vor, die trotz gesundheitlicher Beschwerden davon gänzlich abgesehen haben eine Notaufnahme aufzusuchen, aus Angst, dann ins Visier der Beamten zu geraten.
Wir sind und bleiben fassungslos ob dieser Szenen. (…)
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