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Der glückliche Autor

Von Marco Bertram
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Football, bloody hell! Hansa ist sechzig, und wir weinen mit (vor Freude)

Es gibt Wochenenden, an denen wirklich alles rund läuft und nach denen man am Montag morgen zu sich selber sagt: »Fußball macht glücklich!« Den Startschuss gab Freitag abend die Party in den Räumlichkeiten des Berliner Fanprojekts, bei der unter anderen Torwartlegende Bodo Rudwaleit gemeinsam mit seinem Sohn zu Gast war. Wie einige andere Nordostvereine feiert auch der BFC Dynamo seinen 60. Geburtstag, und das fröhliche Stelldichein im Fanprojekt war Auftakt der Feierlichkeiten. Mit Sekt und einer guten Cola-Rum-Mischung wie zu besten MZG-Zeiten ging es für mich in den Abend; heiter wurde es, als »Bodo, wink einmal!« Fragen gestellt wurden und Meisterschreiber Andreas »Baufresse« Gläser mal eben aus der kalten lautstark einen sportlichen Fakt korrigierte. Bei Wurst, Stampfkartoffeln, Bier und Geburtstagstorte wurde gefachsimpelt, gelacht und gefeiert, doch kurz vor Mitternacht musste ich die Notbremse ziehen.

Mein Wecker klingelte bereits um fünf Uhr in der Frühe – ich dachte, mich trifft der Schlag. Also, auf zur nächsten Runde. Mit dem Regio ging es hoch nach Rostock, denn das Heimspiel gegen Wismut Aue war ein Muss. Nach einer Party in der Stadthalle und einem abendlichen Feuerwerk auf dem Marktplatz am 28. Dezember folgte nun eine große Choreo auf allen vier Tribünen des Ostseestadions. Bis Anpfiff war es aber noch ein Weilchen, und so ging es mit drei Hansa-Kumpels, die über Nacht aus Offenbach und Frankfurt am Main angereist waren, zum legendären Asiaimbiss am Steintor. Die ersten Stammgäste ließen es sich bereits um halb zehn gutgehen, und wir ließen uns nicht lumpen und starteten mit einer Runde Glühwein, der stilecht mit einem Wasserkocher erhitzt wurde. Alex aus Offenbach haute die Runde rein und staunte nicht schlecht über den Preis. Vier Glühwein mit Schuss und fünf Kräuterschnäpse für schlappe 9,50 Euro. Irre!

Eine Dame mit blauer Hippiebrille, weißem Stirnband und rotem Schal überreichte uns Werbung für eine zweistündige Ölmassage, und nach einer zweiten Runde Glühwein, der mehr nach heißem Rum schmeckte als nach Wein, ging es zur »Roten Erde« und anschließend mit 1,965 Promille zum Ostseestadion.

Das »Hansa forever« ertönte, die geniale Choreo wurde hochgezogen, und auf der Osttribüne stehend rollten Tränen der Rührung aus meinen Augenwinkeln. Ich dachte an meine Kinder, an Carmen und all die genialen Fußballmomente in meinem Leben. Und was soll ich sagen? Der Fußballgott schrieb das perfekte Drehbuch! In wirklich allerletzter Sekunde machte Naderi den 2:1-Siegtreffer für den F. C. Hansa klar! Was für ein Jubel auf den Rängen! Ich war glücklich. Ich war todmüde. Ich schlief im Regio ein und durfte mich später an den von einem Kumpel zugeschickten Fotos und Schnarchvideos erfreuen! Sport frei, und allen Klubs, die jetzt ihren 60. Geburtstag feiern, alles Gute!

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