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Attentäter von Akin Birdal gefaßt

Verbindung zu einem ehemaligen Regierungskiller offenkundig

Die türkische Polizei hat Ministerpräsident Mesut Yilmaz zufolge am Freitag fünf Männer festgenommen, die das Attentat auf den Vorsitzenden des türkischen Menschenrechtsvereins IHD, Akin Birdal, verübt haben. Es handele sich um zwei Täter und drei Hintermänner, die den Überfall vom 12. Mai organisiert hätten, sagte Yilmaz vor Journalisten. Der Premier sieht damit den Staat von dem Verdacht entlastet, in die Tat verwickelt zu sein.

Akin Birdal wurde in seinem Büro in Ankara von zwei Männern niedergeschossen und schwer verletzt. Birdal liegt weiter im Krankenhaus. Die halbamtliche türkische Nachrichtenagentur Anatolia meldete, bei den Verdächtigen seien in Istanbul zwei Schußwaffen gefunden worden. Unter Berufung auf Polizeikreise hieß es weiter, einer der Männer sei ein Soldat, der für den nur unter dem Tarnnamen bekannten Agenten »Grün« gearbeitet habe. Alle Festgenommenen seien ehemalige Mitglieder einer rechtsextremen Gruppe. Nach einem in diesem Jahr veröffentlichten Bericht der Regierung hatte »Grün« früher im Auftrag der türkischen Führung Gegner ermordet, etwa Journalisten oder Aktivisten, die die Sicherheit des Landes bedroht haben sollen. Später soll »Grün« jedoch außer Kontrolle geraten sein und sich abgesetzt haben.

Der türkischen Regierung wurde im Zusammenhang mit dem Attentat vorgeworfen, Aussagen aus Verhören des ehemaligen Führungsmitglieds der PKK Semdin Sakik weitergegeben zu haben, in denen dieser Birdal Kontakte zur kurdischen Arbeiterpartei nachsagte. Wenige Tage vor dem Attentat verweigerte die Polizei Birdal die Ausstellung eines neuen Passes. Immer wieder war auch die Rede von Verbindungen staatlicher Stellen zu Todesschwadronen.

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Unmittelbar nach dem Anschlag auf den 50jährigen bekannte sich laut einem Bericht des privaten Fernsehsenders NTV die »Türkische Rachebrigade« (TIT) zu der Tat.

AP/jW

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.05.1998, Seite 0, Ausland

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