16.03.2004
Perverser Jubel
Mach den Kühlschrank zu, es zieht: In der Leipziger Oper wurde »Aida« weggetrullert
Von Christian Schmidt
Wie soll hier ein Gefühl der Wärme gedeihen? Steril und glatt, hoch und kühl, weiß und schroff – so stehen Horst Vogelgesangs ägyptische Tempelmauern auf der Leipziger Opernbühne. Eigentlich eine perfekte Kontrastierung zur Leidenschaft Aidas, die zunächst ihre Liebe zu Radames für die Vaterlandstreue verrät und schließlich doch mit dem Heerführer in die Grabesgruft absteigt, um in seinen Armen den gemeinsamen Tod zu erwarten. Die ebenso schlichte wie überzeugende R...
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