05.01.2004
Wo’s mangelt
Eine Erzählerin versucht verzweifelt, die Vergangenheit zu korrigieren: Véronique Olmis Roman »Nummer sechs«
Von Martin Droschke
»Seine Kindheit wird man nicht los«, klagt Fanny, Tochter aus gutem französischen Haus. Mit fünf knappen Worten faßt die »Nummer sechs« der Familie, die mit zehn Jahren Abstand jüngste der Geschwister, am Ende eines ebenfalls knappen Romans die schwere Bürde derer zusammen, die nicht rechtzeitig genug auf die Welt gekommen sind. Sie war das Nesthäkchen – und damit das ewige Störobjekt, auf das die Brüder und Schwestern Rücksicht zu nehmen hatten, das die Ordnung d...
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