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29.11.20211 Leserbrief
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Rentenerhöhung fällt 2022 geringer aus
Berlin. Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland müssen damit rechnen, dass die Erhöhung ihrer Altersbezüge 2022 etwas geringer ausfallen wird als erwartet. »Prognostiziert waren 5,2 Prozent. Jetzt erwarte ich, dass die Renten in Deutschland ab Juli 2022 um 4,4 Prozent steigen«, sagte der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gegenüber Bild am Sonntag.
Grund dafür ist, dass die Ampelkoalition dem Bericht zufolge den Nachholfaktor wieder einführen will. Den hatte Olaf Scholz (SPD) als Bundesarbeitsminister 2008 eingeführt, zum Ausgleich für die Rentengarantie. Die sorgt dafür, dass bei sinkenden Löhnen nicht auch die Renten gekürzt werden müssen. Steigen die Löhne wieder, soll der Nachholfaktor dafür sorgen, dass die nicht umgesetzte Rentenkürzung rechnerisch ausgeglichen wird. Der Nachholfaktor war 2018 ausgesetzt worden. (dpa/jW)
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Reinhard Hopp aus Berlin 29. Nov. 2021 um 12:45 Uhr»Nachholfaktor«! Verwehrte Lebenschancen und -inhalte lassen sich ebensowenig »nachholen«, wie verlorene Zeit sich »zurückdrehen« lässt. Fast schon bewundernswert, diese nahezu unerschöpfliche Kreativität von Politiker*innen. Würde diese in konstruktiver Weise zum wahren Nutzen der Menschen statt zur systematischen Bekämpfung ihrer elementaren Rechte und Interessen eingesetzt werden, die Erde wäre fast schon ein rundum intakter und friedlicher Planet.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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