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Aus: Ausgabe vom 13.09.2021, Seite 16 / Sport
Tennis

Was bedeuten schon Weltranglisten?

Mit ihrem US-Open-Sieg schreibt Emma Raducanu, Platz 150, Tennisgeschichte
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Gewonnen ohne einen einzigen Satzverlust im gesamten Turnier: Emma Raducanu

Mit einem Ass hat die erst 18 Jahre alte Emma Raducanu sensationell die US Open gewonnen und in einem Teenagerfinale Tennisgeschichte geschrieben. Die Britin holte am Sonnabend (Ortszeit) als erste Qualifikantin den Titel bei einem Majorturnier. Die Nummer 150 der Weltrangliste bezwang die nur gut zwei Monate ältere Kanadierin Leylah Fernandez souverän 6:4, 6:3 und holte sich den größten Erfolg ihrer Karriere ohne einen einzigen Satzverlust im gesamten Turnier.

»Ich habe diesen Aufschlag das ganze Spiel über probiert und habe immer verfehlt. Aber wenn es einen Moment gab, ihn zu treffen, war es dieser«, sagte Raducanu dem TV-Sender ESPN über den entscheidenden Moment. Für den Erfolg bekam sie einen Siegerscheck über 2,5 Millionen US-Dollar und wird am Montag in der Weltrangliste auf Rang 24 klettern. »Ich hoffe, dass wir noch in vielen Turnieren gegeneinander spielen – und Finals«, sagte Raducanu. Auch die Endspielteilnahme von Fernandez, die in den Runden zuvor unter anderem die ehemaligen US-Open-Siegerinnen Angelique Kerber und Naomi Osaka bezwungen hatte, war eine große Überraschung gewesen. »Ich möchte gerne sagen, dass ich hoffe, wieder hier zu sein in diesem Finale. Und dann mit einer Trophäe, der richtigen«, sagte Fernandez. Sie klettert in der Weltrangliste von Platz 73 auf 27.

Das Duell der beiden war das erste Majorfinale zweier ungesetzter Spielerinnen. Zwei weibliche Teenager in einem Endspiel bei einem Grand Slam hatte es zuletzt 1999 gegeben, als Serena Williams gegen Martina Hingis gewann. Raducanu ist zudem die jüngste Siegerin bei einem Grand Slam, seit die Russin Maria Scharapowa 2004 als 17jährige in Wimbledon triumphierte. Raducanu holte sich das erste Break zum 2:0, kassierte aber sofort das Rebreak im ersten Satz. Die Zuschauer im Arthur Ashe Stadium bekamen mitunter spektakuläre Ballwechsel geboten. Nach 58 Minuten machte Raducanu mit dem zweiten Break zum 6:4 den Gewinn des ersten Durchgangs perfekt. Im zweiten Satz gelang Fernandez das erste Break zum 2:1, dieses Mal glich Raducanu postwendend aus und konterte mit einem weiteren Break zum 4:2.

Fernandez konnte zwei Matchbälle abwehren und auf 3:5 mitsamt einer eigenen Breakchance verkürzen, ehe Raducanu sich bei diesem Ballwechsel ein blutendes Knie zuzog und nach der Behandlungspause ihre Nerven wieder im Griff hatte. Nach einer Stunde und 51 Minuten Spielzeit nutzte die Britin den dritten Matchball und machte den Sieg mit einem Ass perfekt. (dpa/jW)

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