3 Monate junge Welt für 62 €
Gegründet 1947 Montag, 2. August 2021, Nr. 176
Die junge Welt wird von 2567 GenossInnen herausgegeben
3 Monate junge Welt für 62 € 3 Monate junge Welt für 62 €
3 Monate junge Welt für 62 €
Aus: Ausgabe vom 12.07.2021, Seite 2 / Ausland
Haiti

Suche nach Hintergründen

Nach Ermordung von Haitis Präsidenten: Täter mit Kontakten zu Umfeld von Guaidó
Von Volker Hermsdorf
425.JPG
Die Nachricht von der Ermordung Moïses auf der Titelseite einer Tageszeitung (Port-au-Prince, 10.7.2021)

Nach dem Mord an dem haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse, der in der Nacht zum Mittwoch von einem aus 26 Kolumbianern und zwei US-Bürgern haitianischer Herkunft bestehenden Söldnerkommando erschossen worden war, gibt es neue Erkenntnisse über internationale Kontakte der Täter. Wie die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez am Sonnabend in Caracas mitteilte, gehört eine Firma, die einen Teil der Söldner angeheuert hatte, einem Unterstützer des rechten venezolanischen Oppositionspolitikers Juan Guaidó.

Es geht um das Sicherheitsunternehmen »CTU Security«, das laut Recherchen der Nachrichtenagentur AP 2008 in Florida registriert wurde. Als Chef der Firma fungiert Antonio Intriago. Er ist ein venezolanischer Aktivist der von Guaidó angeführten militanten Opposition und hat seinen Wohnsitz in Miami. Im Internet rufe er zur Ermordung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro auf, sagte Rodríguez.

Haitis Einsatzkräfte hatten bis Sonnabend 17 Verdächtige festgenommen und drei erschossen. Einige Komplizen sind noch auf der Flucht. Am Freitag waren elf Verdächtige auf dem Gelände der Botschaft Taiwans verhaftet worden, das von Haiti als »unabhängiger Staat« anerkannt wird.

Für Dienstag wurde Dimitri Hérard, der Chef der Einsatzkräfte des ermordeten Präsidenten vorgeladen, um über die Hintergründe seines Besuchs in Bogotá zwischen dem 22. und dem 29. Mai auszusagen. Das war kurz bevor die meisten Söldner am 4. Juni über Punta Cana (Dominikanische Republik) nach Port-au-Prince gereist waren, meldete das kolumbianische Magazin Semana am Sonnabend. Ungeklärt ist demnach, warum die Einsatzkräfte bei dem Angriff verschont blieben. Das kolumbianische Verteidigungsministerium hat unterdessen Namen und Dienstgrade von 11 der 17 ehemaligen Angehörigen der Streitkräfte des Landes veröffentlicht, die in Haiti verhaftet wurden.

Während der Machtkampf im Land weitergeht, hat der haitianische Senat am Sonnabend die Vereidigung des einen Tag zuvor von dem Gremium zum Interimspräsidenten ernannten Joseph Lambert ohne Ankündigung eines neuen Termins verschoben. Laut Plan sollte Lambert den noch von Moïse am 5. Juni ernannten linksliberalen Politiker Ariel Henry zum neuen Regierungschef küren.

Marx für alle!

Die junge Welt gibt's jetzt im Aktionsabo! Für 62 € erhältst du 3 Monate lang die gedruckte Ausgabe der jW, danach endet das Abo automatisch.

Jetzt selber abonnieren, verschenken oder schenken lassen!

Ähnliche:

  • 06.02.2012

    ALBA wächst

    Haiti, Surinam und Santa Lucia wollen Staatenbund beitreten. Gemeinsamer Wirtschaftsraum geplant
  • Kann Fußball helfen? Szene aus einem Notlager in Haiti
    01.03.2010

    Eine Geste

    Wenn die Erde bebte, ist gute Hilfe teuer: Ein Befenefizspiel für Haiti in Venezuela

Mehr aus: Ausland

Marx für alle! 3 Monate Tageszeitung junge Welt lesen für 62 €. Jetzt bestellen!