1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Mai 2021, Nr. 111
Die junge Welt wird von 2519 GenossInnen herausgegeben
1.000 Abos für die Pressefreiheit! 1.000 Abos für die Pressefreiheit!
1.000 Abos für die Pressefreiheit!
Aus: Ausgabe vom 27.03.2021, Seite 2 / Ausland
Proteste nach Putsch

Kein Ende der Gewalt

Myanmar: Erneut Tote nach Protesten gegen Militärjunta. 322 Gefangene freigelassen
d.JPG
Fast täglich kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Demonstrierenden (Yangon, 17.3.2021)

Die Zahl der Toten durch Militärgewalt in Myanmar steigt weiter. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind in den knapp acht Wochen seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 320 Menschen gestorben. Auch am Freitag hielten die landesweiten Proteste gegen die Junta an. Dabei wurden vier Tote aus der Stadt Myeik im Süden des Landes gemeldet.

Allein am Donnerstag waren elf Menschen getötet worden. In Taunggyi im zentralen Shan-Staat seien vier Zivilisten erschossen und viele weitere verletzt worden, als Einsatzkräfte »Wohngebiete in eine Kampfzone« verwandelten, hieß es in einer Mitteilung. Soldaten seien auch in Häuser eingedrungen und hätten viele überwiegend junge Leute festgenommen, so AAPP. Die Zahl der Inhaftierten seit dem Umsturz stieg auf insgesamt knapp 3.000. Weitere Tote gab es am Donnerstag in der nördlichen Region Mandalay, im zentralen Sagaing und im südlichen Bago.

Am frühen Freitag morgen verübten Unbekannte in Yangon einen Brandanschlag auf die Zentrale der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), der Partei der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Anwohnern sei es etwa 30 Minuten später gelungen, das Feuer zu löschen, berichtete das Portal Myanmar Now. Jedoch seien die Türen und Möbel der Büros zerstört worden.

Derweil wurden am Freitag mehrere hundert Menschen freigelassen, die bei Protesten gegen den Militärputsch festgenommen worden waren. Insgesamt seien 322 Inhaftierte aus dem Insein-Gefängnis entlassen worden, sagte ein hoher Beamter des Gefängnisses der Nachrichtenagentur AFP. Bereits am Mittwoch hatte die Haftanstalt die Freilassung von mehr als 600 Demonstranten gemeldet.

In Myanmar geht die Militärführung seit Wochen mit zunehmender Härte gegen Demonstrierende vor, die die Freilassung und Wiedereinsetzung der faktischen Regierungschefin Suu Kyi fordern, die seit dem Putsch im Hausarrest sitzt. Für dieses Wochenende wird zu weiteren Protesten aufgerufen. Am Sonnabend begeht Myanmar den Tag der Armee in Erinnerung an das Zurückschlagen der japanischen Streitkräfte 1945. Im vergangenen Jahr war die Militärparade wegen der Pandemie abgesagt worden. Dieses Jahr soll sie in der Hauptstadt Naypyidaw durchgeführt werden. (AFP/dpa/jW)

1.000 Abos jetzt

Die Bundesregierung sagt: der Tageszeitung junge Welt sei mit geheimdienstlichen Mitteln der »Nährboden zu entziehen«. Wirtschaftlich und wettbewerbsrechtlich negative Folgen durch die Nennung der Zeitung im Verfassungsschutzbericht seien sogar beabsichtigt.

Unsere Antwort darauf kann nur sein, dass sie mit diesem grundgesetzwidrigen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit genau das Gegenteil erreichen! Deshalb fordern wir alle Freunde, Leserinnen und Leser, Unterstützer, Autoren und Genossenschaftsmitglieder auf: Tun wir alles, um den »Nährboden« der jungen Welt zu stärken – jetzt erst recht!

Ähnliche:

  • Tränengas gegen Protestierende in Yangon am Dienstag
    03.03.2021

    Keine Ruhe in Myanmar

    Weiter Proteste in vielen Landesteilen. ASEAN-Staaten beschäftigen sich mit dem Konflikt
  • Ein Verletzter wird nach Protesten am Sonnabend in Mandalay von ...
    23.02.2021

    Protest gegen Junta

    Myanmar: Tote bei Demonstrationen am Wochenende. EU bereitet Sanktionen vor

Regio:

Mehr aus: Ausland