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Aus: Ausgabe vom 19.01.2021, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Handelszahlen

Wachstum trotz Pandemie

China ist einzige große Volkswirtschaft, die 2020 nicht geschrumpft ist. Gute Prognosen für 2021
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Dringend benötigte Ware: Soldaten entladen Frachtflugzeug mit Schutzmasken aus China (Flughafen Leipzig/Halle, 27.4.2020)

Chinas Wirtschaft ist trotz der Pandemie im vergangenen Jahr gewachsen. Wie die Nationale Statistikbehörde in Beijing am Montag mitteilte, wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft 2020 um 2,3 Prozent. Das Wachstum fiel damit größer aus, als viele Analysten erwartet hatten. Die Volksrepublik ist so laut Prognosen die einzige große Industrienation, die im Coronajahr nicht geschrumpft ist. Laut Zahlen der Behörde hatte die Wirtschaft zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Nach einem Plus von 4,9 Prozent im dritten Quartal legte sie im vierten Quartal um 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Da das Land das Coronavirus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hat und nur vereinzelt Infektionen und kleinere Ausbrüche registriert, haben sich die ökonomischen Aktivitäten wieder normalisiert. Zum Vergleich: In Deutschland, wo das Infektionsgeschehen immer noch hoch ist, ist die Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Jahr laut Schätzung des Statistischen Bundesamtes um fünf Prozent eingebrochen.

Mit einem Wert von 101,6 Billionen Yuan (rund 13 Billionen Euro) habe das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) erstmals in einem Jahr die Marke von 100 Billionen Yuan überschritten, hob Ning Jizhe, Chef der Statistikbehörde, laut dpa am Montag hervor. Die jüngsten Erfolge zeigten, dass das Land einen weiteren großen Sprung gemacht habe. Die Stärke der chinesischen Wirtschaft ließ sich zuletzt auch an den Außenhandelszahlen des Landes ablesen, mit denen es bereits seit Monaten bergauf geht. Wie die Beijinger Zollbehörde vergangene Woche mitgeteilt hatte, waren allein im Dezember die Exporte im Vorjahresvergleich um 18,1 Prozent gestiegen. Die Importe hatten um 6,5 Prozent zugelegt.

»Die chinesische Wirtschaftsentwicklung 2020 bot sicher einen der wenigen Lichtblicke in der Welt«, sagte Max Zenglein vom Berliner Thinktank Merics (Mercator ­Institute for China Studies) am Montag in Berlin. Deutschen Unternehmen habe der Aufschwung in China geholfen, um Einbrüche auf anderen Märkten zu kompensieren. Die starken Exportzahlen seien damit zu erklären, dass sich die chinesische Wirtschaft schnell der neuen Nachfragesituation in anderen Staaten angepasst habe. So seien sowohl viel Elektronik für die Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen als auch medizinische Schutzausrüstung geliefert worden.

Auch in diesem Jahr wird damit gerechnet, dass China den ökonomischen Aufschwung fortsetzen wird. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einem Wachstum von 7,9 Prozent für 2021 aus. Impulse werden durch den neuen Fünfjahresplan erwartet, der auf dem Volkskongress im März verabschiedet werden soll. Damit soll dort angesetzt werden, wo das Land in der Vergangenheit Rückschläge hinnehmen musste. Der Handels- und Technologiekrieg der USA gegen die Volksrepublik hat die Abhängigkeit vom Ausland in bestimmten Bereichen bewusst gemacht. Wie aus ersten Mitteilungen der Kommunistischen Partei zum neuen Plan hervorging, wird aus diesem Grund ein neuer Wirtschaftskurs eingeschlagen. Heimische Nachfrage und eigene Innovation sollen noch stärker gefördert werden. China will sich damit unabhängiger von den USA und dem Rest der Welt machen. (AFP/dpa/jW)

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