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Aus: Ausgabe vom 07.01.2021, Seite 15 / Medien
Juristisches Gutachten

Transparenz unerwünscht

Pressegespräch zu Missbrauchskomplex im Erzbistum Köln abgebrochen
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Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hüllt sich in Schweigen

Ein Pressegespräch des Erzbistums Köln ist am Dienstag abgebrochen worden, weil die anwesenden Journalisten eine Vertraulichkeitsvereinbarung nicht unterschreiben wollten. Thema des Hintergrundgesprächs sollte ein von Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki zurückgehaltenes Missbrauchsgutachten sein.

In der vorgelegten Vereinbarung hieß es unter anderem: »Der Journalist verpflichtet sich, die Inhalte des ihm darin offenbarten Gutachtens der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl vertraulich zu behandeln.« Dies betreffe unter anderem die geschilderten Tathergänge sexuellen Missbrauchs, benannte Täter, benannte Verantwortungsträger im Umgang mit Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs aus dem Erzbistum Köln sowie die durch die Kanzlei abgeleiteten Empfehlungen für das Erzbistum. »Der Journalist verpflichtet sich, über diese Informationen vollständiges Stillschweigen zu bewahren«, hieß es in der Vertraulichkeitsvereinbarung.

Geplant war ursprünglich, dass die Journalisten während des Gesprächs Einblick in ein zurückgehaltenes Missbrauchsgutachten bekommen sollten. Die Namen seien in dem Gutachten allerdings geschwärzt, hatte das Erzbistum angekündigt. Es hätten auch keine Kopien und Abschriften angefertigt werden dürfen. Das Gutachten war 2018 von Woelki initiiert worden. Die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl sollte ergründen, wie das Erzbistum in der Vergangenheit mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs durch Priester umgegangen ist. Ende Oktober 2020 teilte Woelki jedoch mit, dass er das Gutachten nicht veröffentlichen wolle. Seine Begründung: Es weise erhebliche methodische Mängel auf und sei »nicht gerichtsfest«.

Westpfahl Spilker Wastl weist die Vorwürfe zurück. Der Auftrag habe gerade nicht darin bestanden, die bloße Rechtmäßigkeit der Bistumsverantwortlichen zu überprüfen, hatte die Kanzlei mitgeteilt. Vielmehr habe ihr Handeln umfassend bewertet werden sollen. Ein ähnliches Gutachten für das Bistum Aachen war im November von Westpfahl Spilker Wastl der Öffentlichkeit vorgestellt worden. (dpa/jW)

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