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Aus: Ausgabe vom 10.01.2020, Seite 1 / Ausland
Frankreich

Eiffelturm bestreikt

Frankreich: Erneut Zehntausende gegen Macrons »Rentenreform« auf der Straße
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Streik und Proteste in Nantes gegen Macrons Rentenreform am Donnerstag

Vor neuen Verhandlungen über die »Reform« des Rentensystems in Frankreich sind erneut Zehntausende Menschen gegen die Pläne von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße gegangen. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes CGT, Philippe Martinez, warf der Regierung am Donnerstag eine »provokante Haltung« vor. Die CGT und andere Gewerkschaften verlangen einen Rückzug der Pläne.

Die »Rente mit 60« forderten Pariser Demonstranten statt der geplanten Erhöhung des Rentenalters von 62 auf 64 Jahre. Sie skandierten: »Macron, zieh deine Pläne zurück«. Auch in anderen großen Städten wie Marseille, Bordeaux, Toulouse und Rennes gab es Kundgebungen. Insgesamt waren mehr als 200 Demonstrationszüge angekündigt.

Die CGT und andere Gewerkschaften wollen die Regierung damit zur Abkehr von der »Rentenreform «zwingen. Trotz der Streikwelle von nun 36 Tagen – der längsten in Frankreich seit Jahrzehnten – gebe es keine Fortschritte, beklagte der Generalsekretär der CFE-CGC, François Hommeril. »Die Regierung stellt ihr Projekt nicht in Frage.«

Die Streiks bei der Bahn und im Pariser Nahverkehr dauern bereits seit mehr als fünf Wochen an. Auch Raffinerien und Treibstofflager wurden erneut blockiert. Der Pariser Eiffelturm öffnete nicht für Besucher. Auch Lehrer und Anwälte legten die Arbeit nieder, zahlreiche Schulen im Land blieben erneut geschlossen.

Es war bereits der vierte landesweite Aktionstag seit Beginn der Protestwelle am 5. Dezember. Zuletzt waren vor Weihnachten nach Regierungsangaben mehr als 600.000 Franzosen gegen die »Reform« auf die Straße gegangen, die Gewerkschaft CGT zählte dreimal so viele Teilnehmer.

Am Freitag will die Regierung erneut mit den Gewerkschaften verhandeln. »Wir sind noch weit entfernt von einer Einigung«, sagte der Chef des größten Gewerkschaftsbundes CFDT, Laurent Berger. Ein Kabinettsbeschluss ist bereits am 24. Januar geplant, die Nationalversammlung soll ab dem 17. Februar über die Pläne beraten. (AFP/jW)

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