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Anschlagsopfer wollen Behörden verklagen

Berlin. Drei Jahre nach dem Lkw-Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz wollen Geschädigte die Sicherheitsbehörden verklagen. Ein Opferanwalt warf am Freitag im Gespräch mit dem Kölner Stadtanzeiger nicht zuletzt dem Bundeskriminalamt vor, damals »völlig versagt« zu haben. Quellenhinweise des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts über Anschlagspläne des mutmaßlichen Haupttäters Anis Amri waren vom BKA heruntergespielt worden – womöglich auf Anweisung des Bundesinnenministeriums. Die Sprecherin der Verletzten und Hinterbliebenen der zwölf Todesopfer, Astrid Passin, hatte am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags mit angehört, wie sich zwei Polizeibeamte diesbezüglich derart widerprachen, dass einer von beiden gelogen haben muss. Passin hatte durch den Anschlag am 19. Dezember 2016 ihren Vater verloren. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.12.2019, Seite 1, Inland

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