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Aus: Ausgabe vom 07.10.2019, Seite 5 / Inland
Suspekte Motorsteuerung

Dieselskandal holt Daimler ein

Aufsichtsbehörde prüft Abgasmanipulationsverdacht bei Transportern
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Endmontage des Daimler-Transporters »Sprinter« in Ludwigsfelde bei Berlin

Ein weiteres Dieselmodell von Daimler steht nach einem Bericht von Bild am Sonntag (BamS) im Verdacht, mit illegaler Abgastechnik zu fahren. Betroffen sind demzufolge Transporter vom Typ »Sprinter«. Die Wagen mit der Abgasnorm Euro 5, die bis 2016 hergestellt wurden, sollen nach einem Schreiben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) an den Konzern vom 25. September eine »unzulässige Abschaltvorrichtung« verwenden, wie das Blatt berichtete.

Ein Unternehmenssprecher in Stuttgart bestätigte am Sonntag auf Anfrage der dpa, dass das KBA in dieser Sache ein Anhörungsverfahren eröffnet habe. Es gehe um 260.000 Fahrzeuge von Varianten des Vorgängermodells des aktuellen »Sprinters«. Daimler habe die Funktionsweise der Abgasreinigung dem KBA bereits im Mai 2018 vorgestellt »und sie anschließend seit Sommer 2018 in weiteren Besprechungen eingehend erläutert«, stellte der Sprecher fest.

Das KBA hatte im Juni für rund 60.000 mit Diesel betriebene Geländewagen vom Typ Mercedes-Benz GLK 220 einen Pflichtrückruf mit Sofortvollzug angeordnet. Daimler legte Widerspruch gegen die Anordnung ein, »um Klarheit in einer komplexen Sache zu erlangen«, wie der Sprecher am Sonntag hinzufügte. Nach Auffassung des Konzerns ist die beanstandete Funktionsweise zulässig.

Dem BamS-Bericht zufolge beanstandet das KBA in seinem Schreiben an Daimler eine Computerfunktion für die Steuerung des Sprinter-Motors OM 651. Sie sorge dafür, dass der Grenzwert für Stickoxide von 180 Milligramm pro Kilometer nur beim gesetzlichen Prüfzyklus eingehalten werde, aber nicht im täglichen Betrieb.

Im Zuge des Dieselskandals hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart im September gegen den Autobauer ein Bußgeld in Höhe von 870 Millionen Euro verhängt. Grund war eine »fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht« in einer mit der Fahrzeugzertifizierung befassten Abteilung. Diese führte nach Feststellung der Staatsanwaltschaft dazu, dass die Dieselfahrzeuge Genehmigungen erhielten, obwohl deren Ausstoß von Stickoxiden teilweise nicht den Vorschriften entsprach. (dpa/jW)

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