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Aus: Ausgabe vom 12.07.2019, Seite 3 / Schwerpunkt
Heckler & Koch

Kritische H-&-K-Aktionäre protestieren zur Hauptversammlung gegen schmutzige Geschäfte

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Protest gegen das Geschäft mit dem Tod vor dem Stuttgarter Landgericht (21.2.2019)

Anlässlich der am heutigen Freitag in Rottweil stattfindenden Hauptversammlung des Rüstungskonzerns fordert das Bündnis der »Kritischen Aktionäre Heckler & Koch«, Waffenlieferungen an kriegführende und menschenrechtsverletzende Staaten zu stoppen. In einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung heißt es:

(…) »Fehlsteuerungen und Fehlentwicklungen sind das Ergebnis eines fundamentalen Strategiedesasters. Denn sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat haben es erneut versäumt, die Weichen hin zur Rüstungskonversion, der Umstellung auf eine sinnvolle nachhaltige zivile Fertigung, zu stellen. Statt dessen wird mit H-&-K-Waffen weiter weltweit gemordet: beispielsweise in Mexiko, in Brasilien, in der Türkei und von Saudi-Arabien im Jemen-Krieg. Auch die Zusage, statt des geforderten Opferfonds einen vergleichbaren Sozialfonds zu schaffen oder zu finanzieren, wurde offenbar nicht eingehalten«, so Jürgen Grässlin, Vorsitzender des Rüstungsinformationsbüros, Bundessprecher der DFG-VK und von »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«. (…)

Die »Kritischen Aktionäre Heckler & Koch« werden auch in diesem Jahr die Verbindung zwischen illegalen G36-Exporten nach Mexiko und den Verbrechen im Fall Ayotzinapa in der Hauptversammlung zum Thema machen. Am 21. Februar 2019 wurde vom Landgericht Stuttgart das Urteil im Heckler-&-Koch-Prozess verkündet. Es stellte fest, dass Tausende G36-Gewehre illegal nach Mexiko exportiert wurden. Diese Waffen kamen auch bei Menschenrechtsverletzungen und Gewalttaten zum Einsatz – wie der Fall Ayotzinapa zeigt. »Die fatalen Konsequenzen von Kleinwaffenexporten in den Empfängerländern dürfen nicht in Vergessenheit geraten – weder im Fall Ayotzinapa noch bei weiteren Heckler-&-Koch-Exporten in die Krisenregionen dieser Welt«, fordert Charlotte Kehne. Daher müsse das Unternehmen endlich eine Mitverantwortung für die Folgen solcher Exporte anerkennen. Einen weiteren Kritikpunkt sieht die Referentin für Rüstungsexportkontrolle bei »Ohne Rüstung Leben« und Sprecherin der »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!« in der Expansion von Heckler & Koch in die USA. »Schusswaffen sind die Ursache für über die Hälfte aller gewaltsamen Tode in den USA. Vor diesem Hintergrund ist die Belieferung des sogenannten US-Zivilmarktes bereits beunruhigend genug. Hinzu kommt die Sorge, dass der US-Standort als Hintertür für den Export von Heckler-&-Koch-Kleinwaffen in ›nicht-grüne‹ Länder genutzt werden könnte, zum Beispiel nach Lateinamerika. Hier werden wir beim Vorstand ganz genau nachhaken«, so Kehne. (…)

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