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Aus: Ausgabe vom 12.06.2019, Seite 5 / Inland
Zusammenschluss abgelehnt

Aus »Sorge« um die Stahlpreise

EU-Wettbewerbskommissarin begründet Nein zu Fusion von Thyssen-Krupp mit Tata
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Die Zentrale von Thyssen-Krupp in Essen (Mai 2019)

Die Wettbewerbskontrolleure der EU-Kommission haben ihr Nein zur Fusion zwischen dem deutschen Industriekonzern Thyssen-Krupp und dem indischen Konkurrenten Tata Steel mit der Gefahr steigender Stahlpreise begründet. Man untersage den Zusammenschluss, »um ernsthaften Schaden von europäischen (gemeint ist die EU, jW) Industriekunden und Verbrauchern abzuwenden«, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Dienstag in Brüssel.

Stahl sei ein wichtiger Ausgangsstoff für Waren wie Lebensmittelkonserven und Autos. Millionen von Menschen in der EU arbeiteten in den einschlägigen Sektoren und die dort tätigen Unternehmen seien auf wettbewerbsfähige Stahlpreise angewiesen, um ihre Erzeugnisse weltweit absetzen zu können.

Thyssen-Krupp hatte die Stahlfusion mit Tata bereits im Mai nach Gegenwind aus der EU-Kommission gestoppt. Durch den Zusammenschluss wäre der zweitgrößte Stahlkonzern der EU mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstanden. Thyssen-Krupp wollte damit die Abhängigkeit vom schwankenden Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und dem Druck der Konkurrenten aus Asien leidet. Die Beschäftigten des Konzerns und die IG Metall hatten sich lange gegen die Fusionspläne gesträubt, diesen Widerstand dann aber nach Zugeständnissen aufgegeben.

Mit den Fusionsplänen blies Konzernchef Guido Kerkhoff im Mai auch die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Aktiengesellschaften ab. Weitreichende Umbaupläne sehen nun aber die Vernichtung von 6.000 Stellen vor. Um Geld in die Kassen zu bekommen, soll die profitable Aufzugssparte des Konzerns teilweise an die Börse gebracht werden. Mit den Einnahmen will Kerkhoff die Weiterentwicklung der einzelnen Unternehmen im Konzern vorantreiben.

Das neue Konzept für Thyssen-Krupp mit seinen weltweit rund 160.000 Mitarbeitern sieht eine Umwandlung der Konzernzentrale in eine »schlanke« Dachgesellschaft vor. Die einzelnen Sparten des Firmengeflechts aus Stahl, Autoteilen, Fabrikbau, Werften/maritimer Rüstung und Aufzügen sollen mehr Eigenständigkeit erhalten. Verbunden ist das Konzept mit erheblichen Kürzungen. Kerkhoff will die jährlichen Verwaltungskosten von derzeit 380 Millionen Euro auf unter 200 Millionen Euro in etwa halbieren. (dpa/jW)

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