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Aus: Ausgabe vom 05.04.2019, Seite 5 / Inland
Automobilindustrie

Streit um Zukunft von Opel in Rüsselsheim

IG-Metall-Vertrauensleute wehren sich gegen »Schrumpfungsstrategie« des Konzerns
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Mehr als 1.000 Opelaner interessieren sich für das Abfindungsprogramm, das die IG Metall ausgehandelt hat

Beim Autobauer Opel schreitet die Sanierung des neuen Mutterkonzerns PSA aus Frankreich voran. Die Vertrauensleute der IG Metall wehren sich gegen Pläne, die Kapazität des Rüsselsheimer Produktionswerkes mit derzeit noch 3.000 Beschäftigten um ein Drittel zu reduzieren. »Diese Schrumpfungsstrategie akzeptieren wir nicht«, heißt es in einer im Werk verbreiteten Resolution.

Statt 60 könnten im Stammwerk noch 40 Autos pro Stunde vom Band rollen, lauten die zitierten Pläne. Wie die Zeitungen der VRM-Gruppe am Donnerstag berichteten, könnte 2021 das bislang in Polen gebaute Kompaktmodell Astra nach Rüsselsheim zurückkehren und den Mittelklassewagen Insignia ergänzen.

Die Vertrauensleute verlangten eine Übergangsstrategie mit Kurzarbeit, bis das neue Modell nach Rüsselsheim kommt. Einen weiteren Abbau von Stammpersonal werde man nicht akzeptieren. Die Gewerkschafter hielten PSA vor, in den französischen Werken einen weit höheren Anteil von Leiharbeitern zu ausbeuterischen Bedingungen zu beschäftigen. Einen systematischen Einsatz von Leiharbeitern auf Stammarbeitsplätzen will man bei Opel verhindern.

Die Aufspaltung des Entwicklungszentrums mit rund 7.000 Beschäftigten kommt nach Angaben des Ingenieursdienstleisters Segula voran, der bis zu 2.000 Leute von Opel übernehmen will. Die übrigen Beschäftigten sollen weiterhin Opel-Modelle entwickeln und zentrale Aufgaben für den PSA-Konzern erledigen. Seit dem Rekrutierungsbeginn am Montag hätten bereits mehr als 300 Entwickler Interesse an einem Wechsel gezeigt, sagte Segula-Sprecher Immo von Fallois am Donnerstag. Es seien schon über 100 Fachleute eingestellt worden, und auch Führungskräfte hätten bereits unterschrieben.

Keine Fortschritte gibt es Fallois zufolge bei den Verhandlungen um einen Haustarifvertrag bei Segula. Den Wechslern soll der französische Dienstleister unveränderte Entgelte und Arbeitszeiten, die Übernahme der Pensionsverpflichtungen sowie den auch bei Opel gültigen Kündigungsschutz bis Ende Juni 2023 zugesichert haben. Etliche Opel-Beschäftigte wenden sich unterdessen von ihrem »Arbeitgeber« ab. Mehr als 1.000 Beschäftigte des Entwicklungszentrums hätten sich bereits für das von der IG Metall ausgehandelte neue Abfindungsprogramm interessiert, hieß es in Arbeiterkreisen. Das Unternehmen machte dazu keine Angaben. (dpa/jW)

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