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Aus: Ausgabe vom 07.12.2018, Seite 15 / Feminismus
Feminismus international

Frauendelegation in Rakka

Aktivistinnen aus Deutschland besuchen frühere IS-Hochburg
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Besuch der deutschen Frauendelegation im syrischen Rakka

Eine Frauendelegation aus Deutschland ist diese Woche in Rakka, der früheren Hochburg der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS), in Syrien eingetroffen. Die linken und queerfeministischen Aktivistinnen wollen sich ein Bild von der dortigen Selbstorganisierung und dem Aufbau von Frauenräten machen. Wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF am Mittwoch berichtete, besuchte die Delegation das Frauenhaus der Stadt sowie Räte und andere Einrichtungen für Frauen und Mädchen. In den europäischen Nachrichten sei Rakka im Grunde nur mit dem Thema »Daesh« – so die Sammelbezeichnung für islamistische Terrorbanden – verbunden, sagte eine der Besucherinnen aus Deutschland, als sie die Gruppe vorstellte. »Wir wollten aber hierherkommen, um zu sehen, wie die Frauen hier eigentlich kämpfen.«

Auch die syrisch-kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) waren maßgeblich an der Befreiung von Rakka im Oktober 2017 beteiligt – in diesem Fall ging es aber auch und vor allem um den politischen Kampf und die Einbindung möglichst vieler Frauen aus der Zivilgesellschaft. In Deutschland gebe es für Frauen, die in diesem Sinne kämpfen, ideologisch und organisatorisch Probleme, so dass »wir es nicht geschafft haben, eine gesellschaftliche Perspektive aufzubauen«, räumte die junge Aktivistin ein. »Wir sehen in der Revolution von Rojava eine sehr, sehr große Hoffnung«, sagte sie mit Blick auf das Selbstverwaltungsgebiet im Norden Syriens. Auch in den neuen befreiten Gebieten wie Rakka und Minbic (arabisch: Manbidsch) sei klar zu erkennen, »wie stark die Frauen wirklich an ihrer Befreiung arbeiten«.

Das Rätesystem, das Abdullah Öcalan als »Demokratischen Konföderalismus« und Grundlage für die schrittweise Überwindung der Nationalstaaten von unten beschrieben hatte, um die historischen Siedlungsgebiete der Kurdinnen und Kurden wieder zu vereinen, sieht in »gemischten« Volksräten männlich-weibliche Doppelspitzen vor – und in allen wichtigen Gremien eine Geschlechterquote. Das Geschlecht, das jeweils in der Minderheit ist, soll nicht weniger als 40 Prozent stellen. Nach Jahrhunderten der patriarchalen Prägung gilt aber auch die Selbstorganisierung der Frauen als elementar. (ANF/jW)

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