Aus: Ausgabe vom 24.08.2018, Seite 9 / Kapital & Arbeit

Dumpingairline fliegt wieder

Ryanair einigt sich mit Gewerkschaft in Irland über Arbeitsbedingungen

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Ryanair hebt wieder ab. Mit zufriedenen Beschäftigten an Bord?

Die Billigairline Ryanair hat sich mit der Gewerkschaft Forsa im Streit um Arbeitsbedingungen für irische Piloten geeinigt. Das teilten beide Seiten am Donnerstag mit. »Nach einer 22stündigen Verhandlungsphase, die am Mittwoch morgen begonnen hatte und am Donnerstag früh endete, ist eine Einigung zwischen Forsa und Ryanair im Pilotenstreit erzielt worden«, hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Kurz darauf bestätigte auch Ryanair den Durchbruch.

Details wurden zunächst nicht bekannt. Zuerst sollten die Piloten über den Kompromiss abstimmen. Darauf hätten sich beide Seiten geeinigt, hieß es übereinstimmend. Erst danach soll das Ergebnis der Verhandlungen dem Ryanair-Vorstand vorgelegt werden.

Gestritten wurde unter anderem über Urlaub, Stationierungen und Aufstiegsmöglichkeiten. In Irland hatten darum 100 der rund 350 in dem Land stationierten Ryanair-Piloten fünf Tage gestreikt. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern liegt Ryanair mit seinen Piloten im Clinch. Mitte August hatte der Streit der Airline den größten Pilotenstreik ihrer Geschichte beschert. Etwa 55.000 Passagiere waren von dem 24stündigen Ausstand betroffen.

Ob und inwieweit der Durchbruch in Irland Vorbild für eine Beilegung des Konflikts in Deutschland sein könnte, war zunächst unklar. Die deutsche Vereinigung Cockpit (VC) war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Pilotengewerkschaft hatte nach dem Streik im August Kompromissbereitschaft von Ryanair gefordert. Sie verlangt unter anderem höhere garantierte Gehälter und wirft dem Konzern vor, die Verhandlungen zu blockieren. Die Fluggesellschaft will keine Vereinbarungen treffen, die ihr Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.

Neben den Piloten verlangen auch Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland eine bessere Bezahlung. Dazu verhandelt die Gewerkschaft Verdi mit der Billigairline. Verdi will substantielle Entgeltsteigerungen für die rund 1.000 Flugbegleiter erreichen, die in Deutschland stationiert sind. Die Gewerkschaft will auch gegen Befristungen, Leiharbeit und kurzfristige Versetzungen angehen. Verdi hatte im Vorfeld kritisiert, durch saisonale Schwankungen und fehlende Flugstundengarantien könnten einige Vollzeitbeschäftigte als Grundgehalt monatlich nur bis zu 1.000 Euro brutto erhalten. (AFP/jW)


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