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Stephen Hawking

Den Unterschied machen

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist am Mittwoch, dem inoffiziellen Feiertag zu Ehren der Kreiszahl Pi, im Alter von 76 Jahren gestorben. Noch während des Physikstudiums in seiner Geburtsstadt Oxford wurde bei ihm die unheilbare Muskel- und Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) diagnostiziert. Mit angestacheltem Ehrgeiz studierte er Astronomie in Cambridge. Auf Krücken demonstrierte er gegen den Vietnamkrieg. Ab 1968 war er auf den Rollstuhl angewiesen. Bald nach dem Verlust der Sprechfähigkeit erschien Ende der 1980er Jahre sein Weltbestseller »Eine kurze Geschichte der Zeit«, der Normalsterblichen die Relativitätstheorie näherbrachte. Hawking wurde zum Popstar der Naturwissenschaften. Anerkennung in der Fachwelt brachten ihm neue Theorien zum Ursprung des Kosmos und zu Schwarzen Löchern. 2013 sagte er einen Auftritt als Redner bei einer hochkarätigen Konferenz in Israel mit Hinweis auf die desaströse Politik der dortigen Regierung ab. Kapitalisten hielt er bis zuletzt für viel gefährlicher als Roboter: »Wenn Maschinen alles herstellen, was wir brauchen, wird es darauf ankommen, wie die Dinge verteilt werden.« Die Vorstellung eines Nachlebens im Himmel erklärte Hawking einmal zum »Märchen für Menschen, die Angst haben vor dem Dunkel«. »Es gibt eine fundamentale Differenz zwischen Religion, die auf Autorität basiert, und Wissenschaft, die auf Beobachtung und Vernunft basiert. Wissenschaft wird gewinnen.« Ein Nachruf folgt. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.03.2018, Seite 10, Feuilleton

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