Aus: Ausgabe vom 30.01.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

AfD unerwünscht

Die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten teilte am Montag mit:

»Nein, nein, nein! Kein Auschwitzgedenken mit AfD-Stadtrat in Lichtenberg!« So hatten wir unseren Aufruf zum Protest gegen das Vorhaben des Lichtenberger AfD-Stadtrats Frank Elischewski überschrieben, am 27. Januar, dem Tag der Opfer des Faschismus, als Vertreter des Bezirksamtes einen Kranz an den Gedenkstelen für die Zwangsarbeitslager am Fennpfuhl niederzulegen. Dem Aufruf waren zahlreiche Antifaschisten aus dem Bezirk und ganz Berlin gefolgt.

Als Herr Elischewski mit zwei weiteren AfDlern, einem Kranz des Bezirksamtes und einem Kranz der AfD (!) gegen 11 Uhr auftauchte, waren die Gedenkstelen von Antifaschisten umringt, die dort eine Gedenkveranstaltung abhielten. Es gab kein Durchkommen für Herrn Elischewski.
Der Kranz des Bezirksamts Lichtenberg wurde Stadtrat Elischewski höflich abgenommen und von einem anwesenden Antifaschisten niedergelegt. Der Kranz der AfD-Fraktion wurde wieder mitgenommen. Gute Aktion und würdiges Gedenken in Lichtenberg – wir danken allen anwesenden Antifaschisten!

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche verurteilte am Montag in einer Erklärung Abgasversuche an Affen:

Zehn Javaneraffen wurden vier Stunden lang in einem engen Glaskäfig eines Labors in New Mexiko eingesperrt und mussten Auspuffgase eines VW Beetle und eines alten Ford Pick-ups einatmen. Der Versuch wurde im Rahmen einer Studie durchgeführt, die zeigen sollte, dass die Schadstoffbelastung dank moderner Technik abgenommen hat.

So erschreckend dieser Versuch auch ist, er ist legal und leider kein Einzelfall, auch nicht in Deutschland. Mehr als eine halbe Million Tiere litt 2016 in Giftigkeitstests und anderen regulatorischen Versuchen. »Diese sind meist nur anzeigepflichtig, d.h. es ist nicht einmal eine Genehmigung erforderlich. Der Experimentator muss lediglich ein Formular ausfüllen, bevor er mit den qualvollen Versuchen beginnen kann«, erläutert Dr. Corina Gericke, Veterinärmedizinerin und zweite Vorsitzende des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Zu diesen toxikologischen Tests gehören auch Inhalationsstudien wie die oben beschriebene. 2016 wurden 1.798 Affen für toxikologische Versuche verwendet. »In den allermeisten Fällen steht am Ende der Tod, um die Organe auf Schäden zu untersuchen«, weiß Gericke.

Dabei gibt es tierversuchsfreie Forschungsmethoden, die das Tierleid stoppen können und darüber hinaus auf den Menschen übertragbare Forschungsergebnisse liefern. So haben Forscher am Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering an der Harvard University eine künstliche Lunge auf einem Chip entwickelt, mit der sich Substanzen testen lassen. Ferner besteht die Möglichkeit, Lungenzellen direkt mit Stoffen zu bedampfen. Die Zellen werden menschlichen Patienten entnommen und auf einer Membran kultiviert. Es können Erkenntnisse über die akute und chronische Toxizität eines Stoffes gewonnen werden, ohne dass ein Lebewesen diese Substanz einatmen muss. »Um auf den Menschen übertragbare Forschungsergebnisse zu erzielen und das Leiden der Tiere zu beenden, muss dringend auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden umgestiegen werden«, so Gericke abschließend.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Infos und Verweise zu diesem Artikel:

Ähnliche:

Regio: