10.01.2018
Opfer kriminalisiert
Vermerk: »Negerfahrzeug«
NSU-Prozess: Nebenklagevertreterin der Angehörigen von Enver Simsek schildert im Plädoyer die Ermittlungen gegen die Familie und andere Migranten
Von Christiane Mudra
»Pass auf dich auf« waren die letzten Worte Enver Simseks zu seiner Frau Adile, als er am 9. September 2000 frühmorgens die Wohnung im südhessischen Schlüchtern verließ. Gegen acht Uhr parkte er seinen Transporter mit der Aufschrift »Simsek Blumen« in der Liegnitzer Straße in Nürnberg. Um 13 Uhr trafen ihn neun Schüsse aus zwei verschiedenen Waffen. Die Täter machten anschließend ein Foto von ihm, das sich im sogenannten Bekennervideo des NSU wiederfand. Doch Enver...
Artikel-Länge: 4364 Zeichen


