Aus: Ausgabe vom 07.12.2017, Seite 9 / Kapital & Arbeit

Easyjet greift an

Britische Airline will Lufthansa ab Januar Konkurrenz in Deutschland machen

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Flugzeug der britischen Fluggesellschaft Easyjet auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld

Nach der Air-Berlin-Pleite macht nun erstmals die britische Fluggesellschaft Easyjet der Lufthansa auf innerdeutschen Strecken Konkurrenz. Von Berlin-Tegel sind ab dem 5. Januar wöchentlich 250 Flüge zu den innerdeutschen Zielen Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und München geplant. Auch werden 15 internationale Ziele wie Wien, Zürich oder Rom ins Programm genommen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Easyjet bedient damit vier der wichtigsten innerdeutschen Strecken, auf denen seit Oktober die Konkurrenz von Air Berlin fehlt. Ob noch weitere derartige Verbindungen wie beispielsweise Hamburg–München oder Düsseldorf–München hinzukommen, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Zum Sommerflugplan ab Ende März sollen weitere Ziele von Berlin-Tegel aus angeflogen werden, kündigte Easyjet nur an. Das in der Hauptstadt stark beworbene neue Angebot steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen EU-Genehmigung zur Übernahme von bis zu 25 Jets der insolventen Air Berlin samt ihrer Start- und Landerechte. In Brüssel endet die erste Prüfphase am 12. Dezember. Es wird mit einem positiven Bescheid der Kommission gerechnet, da das Easyjet-Angebot die befürchtete Vormachtstellung der Lufthansa abmildern würde.

Mit dem »Markteintritt« könnten die Durchschnittspreise schon wegen der größeren Flugzeugkapazitäten sinken. Easyjet spricht von rund einer Million Sitzplätzen, die man zwischen dem 5. Januar und dem 24. März zusätzlich bereitstelle.

Die Airline bietet innerdeutsche Oneway-Tickets ab rund 50 Euro an und erreicht damit in etwa das Niveau der untersten Buchungsklasse der Lufthansa. Die höchste Frequenz ist auf der Strecke München–Berlin mit durchschnittlich 14 Flügen pro Tag geplant. Von und nach Frankfurt wird es etwa 10 Flüge geben.

Neben den 19 Verbindungen ab Tegel bleibt Easyjet auch ein wichtiger Anbieter am Flughafen Berlin-Schönefeld mit zuletzt 51 Strecken. Die neuen Flüge will das Unternehmen mit eigenen und zunächst auch angemieteten Jets bestreiten. Die Gewerkschaft Verdi unterstützt das Übernahmeangebot an rund 1.000 Beschäftigte der Air Berlin. Nach anfänglichem Zögern der Belegschaft soll es inzwischen zahlreiche Bewerbungen geben. (dpa/jW)


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